Catharina Junk / Auf Null

by Manuela Hofstätter on 7. Dezember 2016

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Nina ist 20 Jahre alt, das Leben liegt verlockend vor ihr, jetzt will sie mit ihrer besten Freundin in den Urlaub fliegen, doch nach dem Besuch im Solarium kommt alles blitzartig ganz anders. Ihre Freundin Bahar entdeckt die roten Punkte an Ninas Körper, sie werden rasch juckend und breiten sich aus, Nina glaubt noch an eine allergische Reaktion. Doch dann bricht sie zusammen und was sich wie eine Grippe anfühlt, wird ihr im Spital an der Reaktion der vielen Ärzte, welche um sie herum eilen, rasch klar, muss etwas richtig Schlimmes sein. Akute myeloische Leukämie, Bahar weicht nicht von Ninas Seite, die Urlaubspläne weichen dem Überlebenskampf. Nina fallen die Haare aus, Bahar strickt ihr Krebsmützen, Ninas Familie ist tieftraurig, aber vor Nina lassen sie sich das natürlich nicht anmerken, an Weihnachten kann die Familie nicht zusammen sein, denn die Eltern haben eine schlimme Grippe. Ninas Immunsystem liegt flach, aber auch ihre Seele leidet, sie schlittert in eine Depression. In der Isolation des Krankenhauses verliebt sie sich in einen Pfleger, in Pit, was einen schlimmen Streit mit Bahar auslöst, die Freundinnen brechen miteinander. Aber Ninas gesunder Verstand, ihr Humor, er ist noch da, er kämpft, er will leben. Nina wimmelt den Pastor ebenso vehement ab wie auch eine Fotografin, ihre Kämpfernatur ist noch vorhanden. Sie muss Rückfälle im Ablauf hinnehmen und auch den Schock, dass kein Familienmitglied für eine Rückenmarkspende passend wäre, besonders ihren jüngeren Bruder trifft dies sehr hart, er wollte Nina doch retten können. Ein Jahr ist vergangen, Nina hat wieder ein paar Haare, doof sehen sie aber noch aus, findet sie und versteckt sie unter Mützen, eine Perücke wollte sie nie. Nina darf nach Hause gehen, sie gilt als gesund, aber nicht als geheilt, dazu muss sie fünf Jahre gesund bleiben und ganz genau daran kann sie fast nicht glauben. Vertrauen ins Leben wieder zu finden und vor allen Dingen in ihren Körper, das fällt Nina nun schwer, so kann sie auch Erik und der Liebe nicht vertrauen, die ihr in ihm begegnet ist. Doch Nina lernt an jedem neuen Tag, sie hilft anderen, merkt, wie auch ihre Familie gelitten hat und besonders der Bruder auch allein gelassen war und sie will nun wieder für ihn da sein. Erik hat sie leider vergrault, aus Angst, sie würde ja ohnehin vielleicht sterben, aber kann man die Liebe vergraulen? Während Nina Abschied von einer Freundin aus der Klinikzeit nimmt, welche die Krankheit nicht besiegen konnte, merkt sie, wie kostbar das Leben ist und sie lässt sich wieder darauf ein, es auch zu leben.

Fazit: Einmal Leben einfach, bitte!
Tief berührend ist dieser Roman geschrieben, er zeigt auf, wie schrecklich Krebs in ein Leben, in ein Umfeld einschlägt und alles verändert. Die junge Protagonistin Nina geht durch die Hölle, aber sie besitzt auch Courage und einen unzerbrechlichen Humor. Dieser Roman geht unter die Haut, er erzählt eine Geschichte, die sehr realitätsnah ist, die Auswirkungen in der Familie und im Umfeld sind sensibel beschrieben. Dieser Roman hat mich betroffen gemacht, es kämpfen alle gegen den Krebs an und es schaffen es einfach nicht alle, so sehr sie auch wollten. Aber dieses Buch ist kein trauriges Buch, im Gegenteil, es hat mich sehr beglückt in seinen lebensbejahenden Tönen.

Meine Wertung: 8/10

Catharina Junk / Auf Null
Verlag: Rowohlt, Seiten: 400

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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