Catherine Guillebaud / Sie ist weg

by Manuela Hofstätter on 12. Mai 2006

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Direkt am Genfersee, in einer reichen Familie wächst Clarisse auf, eigentlich paradiesisch, bloss die Mutterliebe, die hat sie nie gespürt, nicht so, wie ein Kind es bräuchte. Darum ist sie jetzt weg, weit weg in Paris, die kleine Wohnung sucht sie erst noch etwa alle vier Tage zum duschen auf, doch schliesslich lässt sie auch dies bleiben, Die stille Parkbank wird zu ihrer Schlafstelle, die komplette Unabhängigkeit beruhigt und beängstigt Clarisse zugleich. Anfangs hatte sie noch Kontakt in die Schweiz, sie sprach mit Herrn Feigenbaum, dem Angestellten des Vaters, doch auch dies gibt Clarisse auf, sie gibt alles auf, nur das kann den Orkan im Herzen etwas besänftigen. Manchmal kommen ihr Kindheitserinnerungen hoch, das betteln um die Liebe der Mutter, ja, Clarisse bettelt jetzt auch, aber dies fällt ihr leichter, die Menschen, die Unbekannten sind milder als es ihre Mutter je war. In Genf macht sich ein Vater so grossen Kummer und Sorgen, er beschliesst nun endlich mit seiner Frau zu reden, bei aller Schande, er will seine Tochter zurück, sie suchen lassen, egal wie. Doch da ist die Mutter schon an dem Punkt angelangt, wo ihr vor sich hin starren bricht, Tränen fliessen, sie ganz alleine wird nach Paris gehen, sie ganz alleine wird alle Schuld zu tilgen versuchen und ihre Clarisse finden und heim bringen, Ist es zu spät?

Fazit
Ein atemberaubender Roman mit so starken Figuren, einer Familie und Menschen, die sich alle so innig lieben, aber nicht alle können dies auch zeigen, und ausdrücken. Ein Roman über die Gefühle der Menschen und deren Unzulänglichkeit, tief beeindruckend und unvergesslich!

Meine Wertung: 8/10

Catherine Guillebaud / Sie ist weg
Verlag: Fischer, Seiten: 126

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