Charles Lewinsky / Melnitz

by Manuela Hofstätter on 22. Februar 2006

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1871 begegnen wir Salomon und Golde Meijer, einer jüdischen Familie in Endingen, dem Judendorf in der Schweiz. Salomon ist ein bodenständiger Viehhändler mit einer herzensguten und starken Frau, sie bekamen eine Tochter, Mimi, Chanele, ist ihr zweites Kind, adoptiert, dieser Umstand führt dazu, dass diese beiden jungen Frauen sich anfänglich nie nahe stehen und Chanele immer ein wenig die Dienstmagd bleibt im Hause Meijer. Als plötzlich Janki aus Frankreich auftaucht, werden die beiden Frauen zu Rivalinnen, Chanele möchte zum ersten Mal in ihrem Leben etwas an ihrem Aussehen ändern und reisst sich Nacht für Nacht im Dunkeln Teile ihrer durchgezogenen dichten Monobraue aus. Unerwarteterweise und auch erst im zweiten Anlauf wird Chanele Jankis Frau, die edle Mimi gibt ihre Hand schliesslich Pinchas, dem Metzgerssohn, welcher sie schon immer glühend verehrte. Die Familie Meijer wächst, Janki und Chanele haben ein Stoffgeschäft in Baden, Mimi und Pinchas eine Metzgerei. Als die Kinder der beiden „unechten“ Schwestern gross sind und damit auch die Sorgen wachsen, welche sie ihren Eltern bereiten, da finden diese beiden Frauen die Freundschaft zueinander. Francois, der Sohn in dritter Generation zum Beispiel, will sich den Traum des schönsten Warenhauses in der Stadt Zürich erfüllen, dazu konvertiert er gar zum Christentum und reisst damit seinen Sohn und seine Frau schliesslich in den Tod. Ein anderer Sohn Arthur, wurde Arzt und bleibt lange Zeit ewiger Junggeselle, bis Nachrichten vom 2. Weltkrieg und ein ganz persönliches Schicksal einer alleinerziehenden Jüdin in Deutschland sein Herz entflammt und ihn zu einer riskanten Rettungsaktion treibt. Plötzlich hat er Frau und Kinder, die Familie Meijer wächst weiter, wenn auch bunt zusammengemischt.

Fazit
Dies sind nur wenige Figuren aus diesem gewaltigen Familienroman über mehrere Generationen einer jüdischen Familie in der Schweiz. Wir erfahren viel über diese andere Religion und wie auch sie sich gewandelt hat im Laufe der Zeit, aber auch viel über das Verhalten der Schweizer. Lewinskys Figuren sind mir nahe gekommen und ihre Schicksale bewegen, der Autor ist wirklich ein grosser Erzähler!

Meine Wertung: 7/10

Charles Lewinsky / Melnitz
Verlag: Nagel & Kimche, Seiten: 773

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