Charles Scott Richardson / Eines Morgens in Paris

by Manuela Hofstätter on 8. Februar 2015

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Der dünnste Bäcker von Paris, so nennt man Octavios Vater, es ist der Bäcker mit den besten Broten weit und breit und er ist zudem ein glänzender Geschichtenerzähler. Alleine die Geschichte, wie Monsieur Notre Dame seine Frau gefunden hat und welche Rolle Himbeertörtchen dabei spielten, die Kundschaft wird nicht müde, diese Geschichte immer und immer wieder hören zu wollen. So nimmt das Leben rund um die kleine Bäckerei seinen Lauf. Da ist etwa ein junger Maler, voller Sehnsucht nach Paris gekommen und gestrandet, auch er ein dünner Geselle, dem der Hunger ein ständiger Begleiter wird, er malt aber unverdrossen weiter und glaubt immer an sein Tun. Schliesslich kann er in grosser Not zwei Bilder bei einem der Buchhändler an der Seine ausstellen, demjenigen, dessen Stand er schon so oft gemalt hat, weil das Grün dieser Buchhandlung so wandelbar und schön ist. Der Buchladen ist ein Familienunternehmen, der Grossvater, der Vater und der Sohn haben eine geneinsame Leidenschaft, die Bücher. Das Wasser ist oft der Feind der Händler, doch der Grossvater weiss genau, wann die Bücher ins Trockene gebracht werden müssen, weit weg von der Seine. Ein Stammkunde der Bäckerei soll Octavio und seiner Mutter zur Hand gehen, denn Octavios Vater will und muss gehen, sein Land braucht ihn. So ist die grosse Stunde eines armen, sehbehinderten Uhrmachers gekommen, er kann nicht gegen den Feind anrennen, aber er leistet seinen Beitrag in der Bäckerei. Nach dem Krieg bangen alle um den Bäcker, wird er zurückkommen? Ja, Octavio sieht seinen Vater wieder, doch er ist von da an nicht mehr derselbe. Ovtavio kämpft, holt die Geschichten wieder ins Leben seines Vaters zurück und wenn sie im Louvre stehen, der alte dünne Mann und sein dünner Sohn, dann ist das ein ganz besonderes Spektakel und es betört so einige Menschen. Das Schicksal hat jede dieser Figuren rund um die kleine Bäckerei zusammengeführt, damit der Lauf der Zeit etwas Wundervolles bewirken kann und sich die Geschichten wiederholen können, die das Leben und die Liebe da so schreiben.

Charles Scott Richardson / Eines Morgens in Paris

Fazit: Eine Bäckerei, randvoll mit Büchern, randvoll mit Geschichten!
Es geht eine Magie aus von all den Protagonisten in diesem Roman. Ja, da wird eine grosse Geschichte erzählt, eine von Paris, einer Bäckerei, einem Maler, einem Uhrmacher, einer Buchhändlerfamilie und einer sich anbahnenden Liebesgeschichte. Plötzlich wird die kleine Bäckerei angefüllt mit Büchern, dies kommt dem jüngsten Buchhändler gelegen, welcher der Berufung seiner Familie engagiert nachkommt und plötzlich gerät alles ins Bewegung. Die Zeit ist reif für eine neue, grosse Geschichte.

Meine Wertung: 7/10

Charles Scott Richardson / Eines Morgens in Paris
Verlag: Atlantik, Seiten: 237

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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