Christine Féret-Fleury / Das Mädchen, das in der Metro las

by Manuela Hofstätter on 12. Juni 2018

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Juliette ist eine junge Frau, sie arbeitet im Raum Paris und steigt eines Tages zwei Stationen früher aus der Metro, um noch ein wenig zu laufen, da fällt ihr Blick auf ein Metalltor, welches durch ein Buch in argem Zustand offen gehalten wird. Juliette liebt Bücher und dieser Anblick bringt ihr Herz in Aufruhr, doch da wirbelt schon ein Mädchen heran, spricht munter drauflos und bittet Juliette herein. Saide, das Mädchen, lebt mit seinem Vater Soliman in einer Wohnung, welche randvoll ist mit Büchern. Hier ist alles krumm und schief, die Räume und ihr Mieter. Wir passen gut zusammen. Dies sind die Worte, die Soliman später an Juliette weitergibt, als er ihre Welt schon völlig auf den Kopf gestellt hat. Soliman lebt für seine Bücher und seine feste Überzeugung, dass diese die Kraft besitzen, das Leben der Menschen zu verändern. Darum stellt Soliman Bücherpakete zusammen, welche dann von Kurieren zu den richtigen Menschen gebracht werden, was gar nicht eine so einfache Aufgabe ist. Juliette jedenfalls setzt anfänglich auf den Zufall, um das richtige Buch zum richtigen Leser zu bringen, oder etwa doch nicht? Bald schon kündigt sie ihre alte Arbeitsstelle und beginnt ein neues Leben. Als Soliman sie bittet, eine gewisse Zeit für Saide zu sorgen und in seine Wohnung zu ziehen, zögert sie nicht lange und erfüllt ihm seinen Wunsch. Während Soliman gegen seine Krankheit ankämpft, übernimmt Juliette immer mehr seine Rolle, aber sie sitzt nur noch drinnen, lesend hinter den Büchern. Saide kann Juliette dazu bringen, wieder beim Metrofahren zu lesen und auch einer der Buchkuriere, der ihr ein wahrer Freund geworden ist, hilft ihr, die nötige Balance zu finden und dann muss sie ein Versprechen einlösen und mit Saide eine Reise unternehmen. Diese Reise krempelt Juliettes Leben endgültig um und sie nimmt im wahrsten Sinne des Wortes richtig Fahrt auf.

Fazit: Wenn Bücher Leben verändern!
Dieser Roman erzählt uns eine geheimnisvolle Geschichte und schenkt uns zugleich den grössten Schatz überhaupt, die Liebe zum Lesen und zur Literatur. Ich finde tatsächlich auch, dass Bücher ein Leben verändern, ja sogar retten können. Erfrischend fand ich auch den Charme, den die Autorin Büchern gegenüber aufbringt, welche uns nicht begeistert haben, denn im Roman werden sie einfach umgenutzt und mit Minzblättern zwischen den Seiten duften sie wenigsten gut. Ein herrliches Buch für alle Leserinnen und Leser der Welt, die wissen, welche Kraft zwischen Buchdeckeln steckt.

Meine Wertung: 7/10

Christine Féret-Fleury / Das Mädchen, das in der Metro las
Übersetzt aus dem Französischen von Sylvia Spatz
Verlag: Dumont, Seiten: 176

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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