Christopher Morley / Das Haus der vergessenen Bücher

by Manuela Hofstätter on 6. Januar 2015

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Roger Mifflin ist Buchhändler und Besitzer eines Antiquariats, des Parnassus in Brooklyn im Jahr 1919. Seine Frau unterstützt ihn liebevoll und weiss, der Beruf des Buchhändlers ist keiner, der Reichtümer im finanziellen Bereich bereithält, aber Bücher sind eben die wahren Schätze der Menschheit und Menschlichkeit. Das Ehepaar Mifflin mit ihrem Hund Bock, sie sind eine herrliche Einheit, und wenn es nötig ist, wenn Roger zu fest abdriftet, schreiten seine Frau oder sein Hund resolut ins Geschehen ein. Roger ist ein glühender Bibliomane mit viel Tabakrauch und idealen Gedanken rund um sich, er ist fest davon überzeugt, würden die Menschen die richtigen Bücher lesen, wäre es möglich, dass es nicht erneut Krieg geben würde irgendwann. Jetzt aber debattiert er mit Seinesgleichen über die Wichtigkeit die ehrenhafte Aufgabe, die richtigen Bücher zu den Lesern zu bringen. Kürzlich stand ein junger, höflicher Mann in Mifflins Laden, er wollte seine Dienste als professioneller Werber anbieten, aber damit ist Aubrey Gilbert bei Roger an den falschen geraten, von Werbung will er nichts wissen. Einem intensiven Gespräch aber sind die beiden Herren nicht abgeneigt und plötzlich eröffnet sich dem abgewiesenen Aubrey noch eine ganz andere Notwendigkeit, möglichst nahe beim Antiquariat zu sein. Es hat eine Hilfskraft ihre Arbeit begonnen und von dieser betörenden Frau namens Titania Chapman ist Aubrey völlig angetan. Ja, Titania ist in der Tat eine aussergewöhnliche Erscheinung, kurbelt die Verkäufe im Antiquariat an und bereichert alles in liebevollem Ausmass. Aber irgendetwas ist im Antiquariat nicht in Ordnung, Aubrey ist sich sicher, es spukt nicht, es geht etwas Schlimmes vor. Anfänglich traut er gar Roger nicht, ist in grosser Sorge um Titania, aber dann erkennt er plötzlich die wahren Bösewichte und stürzt sich heldenhaft ins Geschehen.

Christopher Morley / Das Haus der vergessenen Bücher

Fazit: Bücher können lebensgefährlich sein!
Dieser Roman ist im Herbst 2014 in seiner deutschen Erstausgabe bei Atlantik erschienen (Originalausgabe 1919), wir lesen also einen Klassiker. Wer Literatur liebt, darüber versiert diskutieren mag, wer sicher ist, dass Dummheit zu Kriegen führt und geistige Nahrung richtig wichtig ist, der wird schwelgen in diesem Buch. Morley schreibt klug, philosophisch, aber auch mit einer Prise Humor und Wärme und nicht zuletzt lesen wir auch einen Krimi sowie eine feine Liebesgeschichte. Eine herrliche Entdeckung!

Meine Wertung: 7/10

Christopher Morley / Das Haus der vergessenen Bücher
Verlag: Atlantik, Seiten: 254

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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