Christos Tsiolkas / Barrakuda

by Manuela Hofstätter on 5. Mai 2014

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Er kann sie nicht ausstehen, all die eitlen Jungs an der Eliteschule, in welche er nie gekommen wäre, ohne das Stipendium und ohne den Trainer, welcher ihn entdeckt hat, hergeholt hat und ihn zu Olympiagold bringen will. Daniel Kelly kann und will nur eines: Schwimmen, im Wasser ist er einzig richtig. Die anderen Schüler hassen Daniel ganz unverhohlen, doch mit seinem unerschütterlichen Ehrgeiz zeigt er ihnen, dass er der Stärkste, der Schnellste und der Beste ist. Bald erhält er den Spitznamen Barrakuda und somit auch ein klein wenig Anerkennung, die andern fürchten ihn, nicht nur im Wasser. Kelly wehrt sich, eroberst sich Respekt, Psycho ist ein weiterer Titel, welchen er oft hört. Daniel stammt nicht aus der australischen Oberschicht, er hat griechische und schottische Wurzeln und seine Eltern gehören zur australischen Arbeiterklasse, sein Vater fährt mit einem Truck durch die Gegend. Jetzt hat ein Sohn das grosse Los gezogen, der jüngere Bruder vergöttert Daniel, ist sicher, dass dieser ein Champion wird und auch die Schwester sieht das ähnlich. Daniels Mutter fährt ihn oft zum Unterricht, einzig der Vater kann oft nicht so ganz hinter dem ehrgeizigen Plan seines Sohnes stehen. Alles dreht sich um Daniel und diesem ist nur das Schwimmen wichtig. Seine engste Freundin und Seelenverwandte Demet versteht ihn aber voll und ganz. Daniel erreicht den Erfolg, aber bald auch die Niederlage und er rutscht ab. Hass im Herzen und Wut lassen ihn zum Verbrecher werden, er kommt ins Gefängnis und danach muss er sich wieder zurechtfinden im Leben. Die Bücher haben ihm geholfen, er hat beim Lesen Ablenkung gefunden, in Schottland sucht er sich und einen neuen Weg, vor der Familie ist er geflüchtet, zu gross ist seine Scham, er verachtet sich selbst. Sein Geliebter offenbart ihm seine Liebe, doch Daniel hat viel gelernt. Er weiss nun, was Familie bedeutet, er will ehrlich sein, er will nun etwas gut machen, aber kann er das überhaupt, etwas gut machen, einer wie er?

Christos Tsiolkas / Barrakuda

Fazit: Barrakuda, er will gewinnen!
Eine verstörend kräftige Geschichte über Aufstieg und Fall eines jungen Schwimmers, eines Mannes, der voller Ehrgeiz kämpft, scheitert und sich neu finden muss. Faszinierend auch die Tatsache, dass unsere Herkunft uns eben doch stark prägt und Familie und Stand doch einen grossen Einfluss darauf haben, wie wir sind und wie wir werden. Ein beeindruckender Roman, manchmal in der Sprache etwas derb, wenn die Homosexualität beschrieben wird, aber das ist sicher stimmig so.

Meine Wertung: 7/10

Christos Tsiolkas / Barrakuda
Verlag: Klett-Cotta , Seiten: 468

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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