Claude Cueni / Giganten

by Manuela Hofstätter on 2. Februar 2016

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Die Brüder Charles und Frédéric Bartholdi freunden sich in Studienzeiten mit Alexandre Gustave Bönickhausen dit Eiffel an. Doch bald entsteht eine erbitterte Rivalität zwischen den beiden Künstlern Frédéric und Gustave. Während Gustave als Ingenieur und Magier verblüffender Eisenkonstruktionen immer mehr Bekanntheit erlangt, eifert auch der immer kühnere Bildhauer Frédéric nach immer grösseren Projekten. Die beiden Männer kämpfen zudem noch um dieselbe Frau, aber Angéliques Herz gehört Frédéric. Unzählige Male hat er sie gemalt, aber sie heiratet dann doch Gustave, einzig wegen der Sicherheit des Geldes, die er ihr dieser in harten Zeiten bieten kann. Frédéric muss sich mit seinem liederlichen Bruder und mit Geldsorgen herumschlagen, denn sein Vater hatte mit Eisenbahnaktien alles verloren, am Ende auch sein Leben. Die Mutter liebt Frédérik übermächtig und setzt ihre ganze Hoffnung in diesen Lieblingssohn. Die Zeiten sind verrückt; Krieg, Industrielle Revolution, der Eisenbahnboom und Finanz-und Wirtschaftskrisen erschüttern die Länder. Aber auch die Krankheiten dieser Zeit fordern immer wieder zahlreiche Menschenleben, wie etwa Typhus, Cholera und auch die durch das Reisen eingeschleppte Syphilis. Die beiden Konkurrenten erlangen immer mehr Bekanntheit und so sehr sie sich hassen, sie geraten immer wieder zueinander und müssen sogar zusammenarbeiten. Frédéric kann seinen Namen fast täglich in der Presse lesen, Gustave Eiffel, wie er isch inzwischen nur noch nennt, ist weniger beliebt. Die beiden erschaffen ihre gigantischen Lebensbauten und sichern sich so ein Bauwerk und einen Namen für die Ewigkeit. Der Eiffelturm bleibt stehen, auch nach der Weltausstellung und die Freiheitsstatue wird nach Amerika verschifft. Es ist so vieles passiert in diesen Jahren. Die Männer sind gealtert, kann ihr Hass nun ruhen, können sie sich die Hände reichen?

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Fazit: Eiffelturm oder Freiheitsstatue, welches Bauwerk ist gigantischer?
Zwei Männer in einer bewegten Zeit, Rivalen, nicht nur um Ruhm und Anerkennung ringen sie gegeneinander, nein, auch noch um die gleiche Frau. Cueni hat eine grandiose Zeit, die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in einen hochinteressanten, fiktiven Roman verpackt. Wir begegnen auch spanenden Zeitgenossen und staunen, was in diesen Jahren alles passiert ist. Famos, dicht und süffig geschrieben!

Meine Wertung: 8/10

Claude Cueni / Giganten
Verlag: Wörterseh, Seiten: 368

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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