Claudia Schreiber / Süss wie Schattenmorellen

by Manuela Hofstätter on 17. März 2011

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Annie ist eine Aussenseiterin in ihrer Klasse. Nur die Tatsache, das Fritzi, laut und nicht ganz helle, aber eben angesagt, Annie zu ihrer Freundin erklärt hat, schützt Annie vor Hänseleien. Annie, ist eben anders, ohne Handy zum Beispiel, lebt sie mir ihrer Mutter und ihrem Opa auf einer riesigen Kirschenplantage, sie kennt ihren Vater nicht und ist ein naturverbundenes Leben voller Arbeit gewohnt. Das Leben stellt Annie einige unerwartete Aufgaben, ihre Mutter Nette packt kurzerhand die Koffer und verreist, weil es ihr nicht gut geht und der frischverliebte Opa tut dies mit seiner blutjungen Geliebten fast zeitgleich auch. Komisch sind Erwachsene, besonders wenn Liebe und Sex ihr Leben erfasst, Annie hat ein Tagebuch in welchem sie sonderliche Beobachtungen zu diesem Thema akribisch aufschreibt und sammelt. Dort steht zum Beispiel auch drin, dass der Bäcker nachts unter die Kirschbäume schleicht mit einer anderen Frau als der eigenen, mit der Frau mit den roten Schuhen. Ja, aber die Kirschbäume, die sind nun voller reifer Früchte und Annie weiss, das von der Ernte ihr Lebensunterhalt abhängt, woher soll sie auf die Schnelle Pflücker bekommen, welche erst noch bereit sind, auf ihren Lohn vorerst zu warten. Der Galle, Annies wortloser Freund, der würde sicher helfen, doch Annie braucht sehr viele Hände mehr und zwar fix. Fritzi stellt dann cool ihre Soforthilfe auf, welche tatsächlich aus ungemein vielen Menschen besteht, aber im totalen Chaos endet. Doch dieses Desaster geht an Annie vorbei, sie hat im eigenen Haus eine Fremde vorgefunden; Paula, ein Mädchen, welches ihre Hilfe braucht. Zuerst befürchtet Annie gar, dass Paula im Sterben liegt, doch dann merkt sie, dass eigentlich indirekt gar das Gegenteil der Fall ist und sie hilft beherzt und bewältigt eine schwierige Situation ganz einzigartig.

Fazit
«Süss wie Schattenmorellen» ist ein absolut unvergessliches Buch mit einzigartigen Charakteren, zudem habe ich wohl noch nie beim Lesen eines Buches dermassen lachen dürfen wie bei diesem! Annie vergisst man wohl nicht so schnell wieder, sie ist ein herzerfrischend anderes Mädchen, wächst gar weltfremd auf, und ist in ihrem Handeln und Denken aber so glasklar logisch wie auch herzlich und anderen um Längen voraus. Ein berauschender, humorvoller, betörender, schräger… einfach ein wundervoller Roman!

Meine Wertung: 8/10

Claudia Schreiber / Süss wie Schattenmorellen
Verlag: Kein & Aber, Seiten: 286

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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