Cynthia Green / Wähle und zahle den Preis

by Manuela Hofstätter on 20. Januar 2018

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Cynthia Green hat Kunst studiert, sie hat Talent, doch das haben viele andere auch. Was es braucht, ist eine Idee, Mut, Geld und die richtigen Verbindungen. Cynthia hat eine Idee, sie will Frauen fotografieren, Frauen, die eine Operation im Intimbereich gemacht haben oder erleiden mussten. So erfahren wir, wie in manchen Kulturkreisen der operative Eingriff zur Wiederherstellung des Jungfernhäutchens ein reges Geschäft ist, wie manche Frau eine Schönheitsoperation im Intimbereich als notwenig betrachtet und wie grauenvoll eine Beschneidung an Mädchen in noch vielen Ländern praktiziert wird. Als Cynthia in Afrika gegen die Bezahlung einer hohen Summe an einen Stammeshäuptling sogar bei einer Beschneidung fotografieren darf, bricht sie nach dem traumatischen Erlebnis zusammen, ihr Liebhaber fürchtet gar um ihr Leben. Cynthias erste Ausstellung ist in aller Munde, das Publikum wird herausgefordert, schockiert, viele finden ihr Tun geschmacklos, völlig daneben, Zerrisse werden geschrieben, doch auch gute Resonanz gibt es. Auf jeden Fall ist Cynthia von einem Tag auf den nächsten in der internationalen Kunstszene ein Begriff. Es gilt, ein neues Thema zu finden, als Frau und Künstlerin zu leben und überleben, denn auch die Liebesgeschichten in Cynthias Leben sind offen, mal unerfüllt oder unklar. Wird das zweite grosse Kunstprojekt auch gelingen, wird der gefährliche Mann, welchen sie dafür gewonnen hat, Wort halten und sie dafür auch seinen geforderten Preis bezahlen?

Fazit: Ein Künstlerleben und die Frage nach der Unabhängigkeit.
Die Protagonistin in diesem Roman muss nach ihrem Kunststudium Fuss fassen, sie ist eine Suchende, hat Talent, eine Botschaft, eckt an und erlangt eine gewisse Berühmtheit. Doch einfach ist es nie, das Künstlerleben. Wir erhalten Einblicke in die Szene, in die Unsicherheiten eines solchen Lebens und Liebens, denn stets sitzt die Unsicherheit Cynthia im Nacken und die so notwendige, ständige Veränderung wird auch einmal zur Last. Mir gefällt dieses Buch von der Aufmachung her, Cynthias Geschichte hat mich mal fasziniert dann auch wieder recht verwirrt, das Buch endet mit vielen offenen Fragen, reizvoll einerseits, für mich aber etwas zu knapp abgeschlossen zum Ende hin. Gefallen haben mir die Ansätze über Themen in der Kunst und die Verknüpfungen aus dem fotografischen Schaffen zum literarischen im Roman, so auch die Anlehnung an das Werk Hemingways oder die Frage nach männlichen Musen.

Meine Wertung: 5/10

Cynthia Green / Wähle und zahle den Preis
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform, Seiten: 192

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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