Daniel Glattauer / Geschenkt

by Manuela Hofstätter on 15. November 2014

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Gerold Plassek hat den Tiefpunkt in seinem Leben wohl erreicht, einst angesehener Journalist, schreibt er nun für ein schlimmes Boulevardblatt. Abends gibt er sich dann in Zoltans Bar mit ein paar Kumpels die Kante, er ist zweifacher Vater, seine Tochter weiss immerhin von ihm, seinen Sohn kennt er noch nicht. Jetzt soll er ebendiesen neu gewonnenen Sohn an manchen Nachmittagen betreuen, auftreten soll er als Freund der Familie, die Mutter tut Gutes in einem Entwicklungsland. Gerold ist überfordert, dieser Teenager in seinem Büro urplötzlich, das macht ihm nur noch grösseren Durst. Doch plötzlich geht eine erhebliche Geldspende an eine Institution ein, über welche er geschrieben hat und es bleibt auch nicht bei dieser einen Spende. Gerold glaubt noch nicht daran, dass der Geldsegen in Zusammenhang mit seinen Texten, also mit ihm höchstpersönlich stehen könnte, aber er ist ganz aus dem Häuschen, denn eine gute Sache ist eine gute Sache. Gerold trägt nämlich das Herz auf dem rechten Fleck, er ist gerührt, als er feststellt, dass der fade Teenager plötzlich Feuer und Flamme sein kann für eine Sache, sein Sohn schreibt mit ihm weitere Texte und hofft auf weiteren Geldsegen. Der anonyme Spender zahlt eifrig weiter, nicht mehr ignorieren, dass der Spender ihn mag, kann Gerold erst zu dem Zeitpunkt, als er seinen Arbeitgeber verlässt. Gerold geht zu einer angesehenen Zeitung, denn der nächste Bericht, der ist eine echte Herzensangelegenheit für ihn, den hat er für einen Freund seines Sohnes geschrieben, welchem die Ausschaffung droht. Und sein Sohn, der ja nicht weiss, dass er da mit seinem leiblichen Vater an den Texten feilt, dieser ist ihm richtig ans Herz gewachsen. Gerold fühlt eine Veränderung in sich und tatsächlich, er bekommt seine Chance bei der neuen Zeitung. Er wird immer neugieriger, wer wohl dieser Wohltäter sein mag, der so viel Geld für Arme und Bedürftige lockermacht und der Gerold so wohlgesinnt ist. Alles nimmt einen ungewohnten Lauf, Gerold beginnt sich zu verändern, wird sich ihm der anonyme Mann offenbaren? Kann Gerold Plassek seinem Leben wieder eine andere Wendung geben?

Daniel Glattauer / Geschenkt

Fazit: Ganz anonym Gutes tun!
Glattauers Roman basiert auf einer wahren Begebenheit zu einer Spendenserie in Braunschweig. Allerdings ist seine fiktive Figur des gestrandeten Journalisten Gerold Plassek das eigentliche Geschenk dieses Romanes. Glattauer versteht es vortrefflich zu berühren, seine Figur wächst uns ans Herz und wir staunen und erfreuen uns an einer Entwicklung der Geschichte, wie sie feiner nicht sein könnte. Wahrhaftig, geschenkt oder gekauft; ein Glücksfall, dieses Buch!

Meine Wertung: 8/10

Daniel Glattauer / Geschenkt
Verlag: Deuticke, Seiten: 336

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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