Doris Dörrie / Alles inklusive

by Manuela Hofstätter on 25. Juli 2011

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Apple und Ingrid, Tochter und Mutter, aber diese beiden sind irgendwie ihr Leben lang nicht so ganz kompatibel. Das beginnt schon damit, dass sich die Tochter über ihren bescheuerten Namen aufregt und sich äusserst ungerne an ihre Kindheit erinnert. Da waren Sommermonate am Strand von Torremolinos, mit Nächten im Zelt, Apple hasste dieses Hippie-Leben, die schöne vollbusige Mutter, welche allen Männern den Kopf verdrehte, war ihr zuwider. Das Schlimmste stand Apple bevor, als sich die Mutter ernsthafter verliebte in den völlig gutbürgerlichen Karl. Karl, der mit seiner eleganten Frau und seinem Sohn im Ferienhaus mit Pool in Spanien den Sommer verbrachte. Apple mochte diese elegante Frau, ihre edle Kleidung, ihren Stil, ihr normales Leben war Balsam für ihre Seele. In diesem Sommer, Karls und Ingrids Sommer, löste eine schreckliche Tragödie eine Kettenreaktion aus und veränderte das Leben aller Personen die darin involviert waren nachhaltig. Jahre später, Apple ist das pure Gegenteil ihrer Mutter geworden und lebt gerne fein säuberlich und ordentlich vor sich hin, aber eine Sache kann sie nicht ordentlich hinkriegen und das ist die Sache mit den Männern. Apple verliebt sich innig und dramatisch, immer wieder und sie ist äusserst heiratsfreudig. Aber leider hat sie ein garantiert sicheres Händchen für die immer falschen Männer. Soeben mal wieder frisch Single besinnt sich Apple auf die Freundschaft statt die Liebe und schafft sich die immer noch rebellische aber über sechzig Jahre alte Mutter mit bösem Hüftgelenk elegant vom Halse, indem sie ihr Ferien in Torremolinos, alles inklusive, offeriert. Ingrid muss entsetzt feststellen, wie sich ihr Hippie-Strand von damals verwandelt hat, Charme strahlt der ganze Ort keinen mehr aus, aber die Vergangenheit holt Ingrid ein… und nicht nur Ingrid.

Fazit: Die schrägste und beste Sommerstory
Immer wieder überraschend gut und anders, das trifft auf Dörries Romane zu. «Alles inklusive» bietet eine abgründige, oft abstrakt komische und doch auch berührende Mutter-Tochter-Geschichte, aber eben, nebenbei bekommen wir noch Liebesgeschichten, Tragödien, wahre Freundschaften und noch so einiges anderes geboten. Eine prallvolle Geschichte, wirklich alles inklusive, so verrückt, wie sie nur das Leben schreiben kann, oder eben Doris Dörrie.

Meine Wertung: 8/10

Doris Dörrie / Alles inklusive
Verlag: Diogenes, Seiten: 249

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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