Doris Dörrie / Und was wird aus mir ?

by Manuela Hofstätter on 6. März 2007

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So refreshing, riefen die Amerikaner aus und feierten in den 70er Jahren den Jungregisseur Rainer und die beiden Schauspielerinnen Johanna und Heidi. Zwei Jahrzehnte sind vergangen und mir ihnen der Glanz des damals so erfolgreichen Trios. Ihre Wege gingen auseinander und bestimmt würde niemand denken, dass sie alle sich nun auf verworrenen Pfaden noch einmal begegnen. Johanna wollte kein Star sein, sie ging zurück nach Deutschland, immer die Nüchterne, zerbricht sie dann doch an ihrer Familiengeschichte und der nicht mehr Vorhandenen Beziehung zu ihrem Vater. Da kommt ihr der Rainer in den Sinn und die Liebschaft, welche sie verband, so flieht Johanna zu Rainer, der Rainer, der ja immer noch ein heller Stern an Hollywoods Himmel ist. Ja, Rainer, von wegen heller Stern, er ist völlig am Boden, keiner will etwas von ihm wissen, nur der glorreiche immer reicher werdende Mark, steckt ihm noch Almosen zu. So etwa eine Rolle in einer ganz und gar peinlichen Fernsehserie. Aber zum Glück darf Rainer auch die Riesenvilla von Mark hüten, welche er sogleich als seine eigene ausgibt, den Allegra kommt zu Besuch, alles war Rainer noch hat, ein paar Wochen im Jahr kommt seine Tochter aus Deutschland zu Besuch. Allegra, ein Teenager aus dem Bilderbuch sonnt sich am Pool, wickelt ihren Vater gekonnt um den Finger, wenn es darum geht, teure Klamotten zu erobern. Aber Rainer ist in diesen Momenten glücklich, denn für seine Tochter kann er eine Weile in die Rolle eines grossen Regisseurs schlüpfen und sein Traum ist fast wieder Wirklichkeit. Aber eigentlich ist Allegra nur traurig, sie spürt, dass sie weder Vater noch Mutter hat und sie sehnt sich doch so nach Liebe. Da fehlt ja jetzt bloss noch Heidi, Heidi ist im gelobten Land geblieben, aber sie kämpft mit ihrem Körpervolumen und der Zuckerkrankheit. Ihren Lebensunterhalt sichert sich Heidi eigentlich noch mit einem Kunden, dem reichen Mark. Mark ist besessen von einer jungen Japanerin Misako, leider ist Misako tot, aber glücklicherweise hat sie sich Heidi als Medium ausgesucht und ihr somit den Lebensunterhalt gesichert. Als nun Mark früher heimreist und seine Villa wieder in Beschlag nimmt, geraten also alle Protagonisten zusammen, aber wie, das ist das ganz Besondere…

Fazit
Doris Dörrie kennt die Nöte der Menschen gut. Meisterhaft kann sie uns genau diese Nöte vor Augen führen, ohne dabei einen weinerlichen Ton anzuschlagen, im Gegenteil, sie schafft den Sprung in die Ironie. Diesen neuen Roman sieht man beim Lesen dann auch wie einen Film vorbei ziehen, aber ganz persönlich muss ich sagen, es ist nicht mein liebstes Buch von Dörrie. Aber bitte lesen und selber beurteilen!

Meine Wertung: 6/10

Doris Dörrie / Und was wird aus mir ?
Verlag: Diogenes, Seiten: 42

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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