Doris Knecht / Gruber geht

by Manuela Hofstätter on 26. Juni 2011

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Gruber weiss, was Sache ist, er ist gut im Geschäft, ständig in verschiedenen Ländern unterwegs, immer liegen ihm die Frauen zu Füssen, schliesslich ist er attraktiv, jung, Mitte dreissig, pflegt seinen Körper regelmässig im Fitnessstudio. Selten geniesst er sein Appartement, welches natürlich auch nur mit dem Feinsten eingerichtet ist. Gruber ist ein sorgloser Mensch, die Frauenherzen, welche er gleich reihenweise bricht, bereiten ihm kein Kopfzerbrechen, denn Gruber weiss, Liebe, das ist etwas für Weicheier, für ihn zählen einzig Erfolg und Reichtum, er ist eben so richtig cool. Das komische Gefühl in seinem Magen wird so penetrant, dass Gruber sich dazu herablässt einen Arzt aufzusuchen. Eigentlich hasst er diese Quacksalber alle einer wie er, der ist schliesslich einfach gesund. Aber den Briefumschlag vom Spital, welcher dann bei Gruber eintrifft, den will er aus welchen Gründen auch immer einfach nicht öffnen und so ist es wohl Schicksal, dass ihn dann eine Frau öffnet, und zwar Sarah, die DJ-Frau aus Berlin, die Frau, welche bei Gruber so anders als alle vorherigen einschlägt. Krebs. Gruber hat einen bösartigen Tumor im Bauch, er muss sich umgehend in Behandlung begeben. Sarah kann es kaum fassen, da trifft sie einmal im Leben auf einen Typen, den sie so richtig richtig gut findet und dann muss sie gleich erfahren, dass er todkrank ist, das kann doch gar nicht wahr sein. Gruber kriegt irgendwie Sarah nicht aus dem Kopf, seine Chemo zeigt nicht die erwünschte Wirkung und so geht es Gruber mies, er muss auch feststellen, dass diese Medikamente ihn verändern, anders lassen sich seine Reaktionen einfach nicht erklären. Denn dass er Gruber mal die Kinder seiner Schwester hüten würde und dies irgendwie auch noch gut findet, das wäre dem gesunden echten Gruber nie passiert, auch nicht, dass er plötzlich Gefühle entwickelt, zum Beispiel Gefühle für Sarah. Als Gruber ganz tief unten ist, bittet ihn Sarah um ein Gespräch …

Fazit: Ein cooler Mann… zu cool für’s Leben?
Ein absolut witziger Roman! Wir mögen «Gruber» so ganz und gar nicht und eben doch ein Bisschen, weil wir alle einen kleinen «Gruber» in uns haben. Aber dann erleidet der Held einen bösen Schicksalsschlag und wir staunen, wie er sich verändert. Ja, schlimme Dinge in einem Menschenleben vermögen oft in etwas tiefes wahres und absolut Gutes zu führen.

Meine Wertung: 7/10

Doris Knecht / Gruber geht
Verlag: Rowohlt, Seiten: 238

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Beatrix Petrikowski Juli 26, 2014 um 19:51 Uhr

Witzig im Sinne von ungewöhnlich ist der Roman auf alle Fälle. Und man muss sich darauf einlassen.

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