E. Y. Meyer / Apotheose

by Manuela Hofstätter on 28. August 2015

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Sie haben einen Herrenclub gegründet und sind die Männer vom Freitag des 13., so treffen sie sich immer an diesen Freitagen des Jahres und stimmigerweise sind sie auch dreizehn Clubmitglieder. Männer von Welt, Männer, jeder mit einer eigenen Geschichte und Prägung, einer unter ihnen, wir ahnen welcher, mit einer unglaublichen Begabung zum Geschichtenerzählen. Wir vernehmen, wie viele Freitage den 13. ein Jahr bereithalten kann, wir sitzen in Sils Maria in der Arvenstube und trinken herrlichen Wein, philosophieren, politisieren und fabulieren mit dem auserwählten Herrenclub. Die Expo.02 taucht auf und auch viele weitere Erinnerungen aus der Schweiz aber auch Einschneidendes aus der ganzen Welt. Besonders erheiternd die Erzählung, wie der Neuenburgersee in eine gewaltige Bouillabaisse verwandelt wird, welche man dann gemeinsam auslöffelt. Zuerst die Kantone an die Löffel, dann die Auslandschweizer und zuletzt, schon mit ein wenig Sand vom Grund in der Suppe, dürfen die Ausländer am Ende die Suppe auslöffeln. Ja und salopp ausgedrückt, müssen dann der eine und andere im Club schon den Löffel abgeben, der Club ist nicht mehr derselbige, der er bei seiner Gründung war und wird darum aufgelöst.

E. Y. Meyer / Apotheose

Fazit: Kunterbuntes Herrengemälde aus der Schweiz der Jahrtausendwende
Der bekannte Autor Meyer verlangt uns in diesem Roman einiges ab, dies ist kein Buch, welches man einfach so weglesen kann. Aber wer bereit ist, sich auf eine Reise zu machen durch die Zeit, die Schweiz und allerhand Themen von Apotheose über Engel bis hin zu Politik, Literatur und Weltgeschehen, der wird an manchen Exkursen dieses Romans seine Freude haben. Nicht zuletzt zeigt sich der Autor auch von einer fein humorvollen, oft ironischen Seite. Nicht für jedermann, aber für diejenigen welche …

Meine Wertung: 6/10

E. Y. Meyer / Apotheose – Roman zur Jahrtausendwende
Verlag: Stämpfli, Seiten: 293

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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