Elena Chizhova / Die stille Macht der Frauen

by Manuela Hofstätter on 6. Juli 2012

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Leningrad in den sechziger Jahren. Als Antonina schwanger wird, darf sie in eine Gemeinschaftswohnung ziehen, ihre drei Mitbewohnerinnen sind drei alte Frauen, jede der Frauen hat ihre Geschichte aus dem harten Sowjetalltag. Aber Susannas Geburt ist der Beginn der Liebe ihrer drei Babuschki, währen Antonina in der Fabrik arbeitet, kümmern sich die Alten liebevoll um die Kleine uns sie wächst heran und lernt so manches. Aber bloss das Sprechen, das lernt Susanna nicht, und immer näher kommt sie ran ans Kindergartenalter, Antonina wurde vom Frauenrat schon in die Mangel genommen, weil sie das Kind nicht in die Krippe gibt, der Kindergarten aber , der ist dann richtig unausweichlich. Unausweichlich ist auch die Tatsache, dass ein stummes Kind von Arzt zu Arzt geschleppt wird und schliesslich in ein Heim gesteckt wird, dieses Schicksal will die Mutter Ihrer Tochter ersparen und auch die drei Babuschki wollen Susanna unbedingt beschützen. Es ist nicht einfach als Mutter ohne Mann und Vater, oft denkt sie noch an ihre Liebe, aber es hilft nichts, es gilt eine Lösung zu finden, es gilt zu überleben. Ja, es gibt da einen Mann, man munkelt, er könnte Interesse an Antonina haben. Sie weiss zuerst nicht damit umzugehen, aber als sie unbedingt einen Fernseher haben will, damit die Kleine etwas dazulernt, vielleicht sogar das Sprechen, da kommt sie wegen einer List um die Warteliste für diese Geräte auf ihn zu. Er ist ganz nett, aber es ist ein Drahtseilakt ihn einmal ein zu bewirten, die alten Weiber sind nicht nur einfache Gemüter, sie wachen mit Argusaugen über diesen Besuch, warnen Antonina erneut einen Fehler zu begehen. Aber die Babuschki werden vom Schicksal übertölpelt und sie müssen in einer schlimmen Notlage handeln, beherzt und mit Mut, es gilt zu kämpfen für die kleine Susanna, diese soll ein besseres Leben haben, als so manche Figuren in den oft auch schauerlichen Märchen, welche ihre Babuschki ihr erzählen.

Fazit
Eine berührende Geschichte, die zugleich ein Zeitdokument der Sowjetunion darstellt. Eine Geschichte, die trotz schwieriger und oft unmenschlicher Zustände aufzeigt, dass die Kraft des Willens zu Verantwortung und Mitgefühl immer gewinnen und die Kraft der Frauen immer viel bewegen kann.

Meine Wertung: 7/10

Elena Chizhova / Die stille Macht der Frauen
Verlag: DTV, Seiten: 271

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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