Elisabeth Zöller / Das Monophon

by Manuela Hofstätter on 29. November 2013

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Mathilda ist ein Mädchen, welches gerne selber denkt, sie schreibt sich auch Gedanken und Gedichte oder Begebenheiten auf, damit sie diese nicht vergisst. Als in Mathildas Stadt auf dem Marktplatz ein grosser Apparat aufgestellt wird, kann sie diesen sogar von ihrem Baumhaus aus sehen. Das Monophon ist riesig, es glänzt golden in der Sonne, wie die Knöpfe der Wächter in ihren Uniformen, welche den Apparat ständig bewachen. Viele sind begeistert, das Monophon spielt bezaubernde Musik, noch nie haben so viele Menschen miteinander getanzt, auch Mathilda muss tanzen. Aber als das Monophon dann auch ab und zu zu den Leuten spricht, da gefällt Mathilda diese Stimme nicht. Die Rothaarigen, sie sind Auserwählte, sie sollen sich auf dem Marktplatz besammeln und unter grossen Jubel werden sie aus der Stadt geführt. Mathildas Freundin ist neidisch, sie hätte auch gerne rote Haare. Welch Abenteuer werden die Auserwählten erleben? Sie sollen in ein grosses Geheimnis eingeweiht werden und man hofft, dass sie bald zurückkehren werden und wenigsten ein bisschen etwas erzählen. Doch bald werden auch andere ausgewählt, die Rothaarigen sind jedoch noch nicht zurückgekehrt. Mathildas Mutter muss noch viel mehr arbeiten im Krankenhaus, weil eben schon ein paar Menschen fehlen. Viele sind euphorisch gestimmt, das Monophon soll die Stadt und das Leben deren Bewohner verschönern, Gruppen werden gebildet, und obwohl Mathildas beste Freundin Gruppenführerin einer Jugendgruppe wird, gefällt es Mathilda in der Gruppe nicht. Es gibt Dinge, die will Mathilda nicht tun und erst recht nicht, wenn sie fast dazu gezwungen wird. Bald ist etwas ganz klar für Mathilda, dieser Apparat muss weg, aber ist es überhaupt noch möglich, dies hinzukriegen? Findet Mathilda genug Freunde, welche ebendieses Ziel anstreben wollen?

das monophon

Fazit: Für starke Kinder und für solche, die sich ihre eigenen Gedanken machen!
Diese Geschichte ist recht einfach gehalten, aber gerade dadurch entsteht für Kinder wie Jugendliche viel Raum, um selber nachzudenken. Ich finde, dass gerade dieses Buch heute sehr wichtig ist. Wenn ich Kinder und Jugendliche beobachte, habe ich manchmal das Gefühl, dass sogar unter ihnen ein Einheitsbrei herrscht. ­Was nicht passt wird sofort passend gemacht. Kinder, welche in irgendeiner Art nicht in die Gruppe passen, haben es oft schwer und sofort versucht man Massnahmen zu ergreifen, damit so ein Kind bald nicht mehr auffällig ist. Frau Zöllers Buch verhilft Kindern ab 10 Jahren zu mehr Mut, stärkt sie darin, selbstständig nachzudenken und zu handeln, auch wenn diese glauben, alleine oder fast alleine dazustehen. Ein Buch gegen die Gefahr zu Verdummen im Einerlei des heutigen Alltags.

Meine Wertung: 7/10

Elisabeth Zöller / Das Monophon
Verlag: Hanser, Seiten: 160

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Elisabeth Zöller Dezember 9, 2013 um 13:09 Uhr

Sehr geehrte Frau Hofstätter, ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen für Ihre wunderbare Rezension und freue mich sehr, dass das “Monophon” den Weg in die Schweiz gefunden hat. Buchbesprechungen wie die Ihre sind für mich immer wieder ein Ansporn!
Herzliche Grüße aus Münster
Elisabeth Zöller

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