Elizabeth Jane Howard / Die Jahre der Leichtigkeit

by Manuela Hofstätter on 7. Februar 2019

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Der Sommer 1937 steht bevor, auf dem Anwesen der Familie Cazalet in Sussex herrscht Hochbetrieb, denn William (Brig) und Kitty (Duchy) haben mit ihrer Tochter Rachel und ihrem Personal jede Menge Vorbereitungen zu treffen. Die drei Söhne Hugh, Edward und Rupert werden mit ihren Frauen und Kindern wie immer die langen Sommerferien in ihrem Elternhaus verbringen. Rachel als einzige unverheiratete Tochter ist eine herzensgute Frau, sie kümmert sich um ein Kinderheim ebenso wie um ihre Eltern und einfach alle Menschen liegen ihr am Herzen. Was keiner wissen darf, ist, wie sehr sie ihre Freundin Sid tatsächlich liebt, sie sind ein heimliches Liebespaar. Sid fühlt sich auch verantwortlich für ihre Schwester, möchte diese nicht gerne alleine lassen, doch sie wird ebenfalls ein paar Tage nach Sussex kommen. Die blutjunge Zoë freut sich als einzige nicht so auf diese Sommerferien, sie ist die zweite Frau von Rupert und kann mit dessen Kindern Clary und Neville herzlich wenig anfangen, sie hat sich in den Maler Rupert Hals über Kopf verliebt und nun hadert sie manchmal doch ein wenig mit ihrem Schicksal, keinesfalls möchte sie mit Rupert noch ein eigenes Kind bekommen, so etwas zerstört die Schönheit unwiederbringlich und es ist auch schade, hat sie sich gerade in den Künstlersohn der Cazelets verliebt, denn sie haben deutlich am wenigsten Geld von allen. Zoë bemerkt sehr wohl, dass die beiden erfahrenen Ehefrauen Villy und Sybil verschworene Freundinnen sind und sie ihnen nicht sympathisch ist, doch sie bemerkt auch, dass der attraktive Edward, Villys Mann, sie mit bewundernden Blicken ansieht. Edward und Villy sind ein glückliches Paar auf den ersten Augenschein, sie haben zwei Kinder, Louise und Teddy, Edward aber führt im Geheimen noch Affären, welche ihn zuweilen in stressige Situationen bringen. Hugh und Sybil geniessen dankbar ihre Liebe und ihre drei Kinder Polly, Simon und den kleinen William. Hugh kam nicht so glimpflich aus dem 1. Weltkrieg zurück wie sein Bruder Edward, er verlor eine Hand und es konnten nicht alle Granatsplitter aus seinem Kopf entfernt werden. Hugh ist oft nachdenklich, macht sich um alle und alles Sorgen und leidet oft unter schlimmen Kopfschmerzen. Nun sind sie also alle beisammen, Tagesausflüge ans Meer, Tennis spielen, Reiten und vergnügliche Stunden lassen sie den Alltag und London wie auch beinahe das Weltgeschehen vergessen. Die Cazalets leben vom Holzhandel und ihre edlen Hölzer haben ihnen bislang gute Geschäfte beschert. Auch die Kinder verstehen sich meist gut untereinander. Doch die Idylle trügt. Bei den Kindern gibt es Geheimnisse und grosse wie kleine Nöte, genauso wie bei ihren Eltern und der ganzen Familie Cazalet und deren Personal. Im Spätsommer 1938 ist die politische Lage in England sehr angespannt, die Cazalets mussten vorsorglich Gasmasken für alle beschaffen, es droht erneut Krieg zu geben, alle blicken kummervoll der Zukunft entgegen. Brig hat angeordnet, dass ein Unterstand ausgehoben wird, man arbeitet und trifft Vorkehrungen. Die Kinder bekommen es teilweise richtig mit der Angst zu tun und so beschliessen sie etwas tun zu wollen, alle sollen auf etwas Verzichten, wenn es keinen Krieg geben wird. Während alle gebannt der Rede ihres Ministers Neville Chamberlain lauschen, vernehmen sie auch dessen Schlussworte: “Ich bin ein Mann des Friedens aus der Tiefe meiner Seele!” In der Familie Cazalet breitet sich Erleichterung aus. Es wird keinen Krieg geben, nicht wahr? Und auch sonst wird Frieden einkehren?

Fazit: Eine englische Familienchronik zwischen zwei Weltkriegen.
Die Autorin Elizabeth Jane Howard wurde 1923 in London geboren, arbeitete als Schauspielerin und Model und wurde als Autorin zuerst verkannt und dann gefeiert. Howard bekam im Jahr 2000 gar einen Verdienstorden von der Queen und ist 2014 im Alter von 90 Jahren gestorben. Jetzt wird ihre ausgezeichnete Familienchronik in fünf Bänden auf Deutsch publiziert. In diesem ersten Band tauchen wir in die vergangene Zeit und Zeitgeschichte Englands und Europas ein, ebenso wie in das Schicksal der unterschiedlichsten Charaktere in Howards Werk. Es ist schön, einmal wieder im Ton der alten Klassiker einen Roman zu lesen und einzutauchen in diese historische Familiengeschichte einer grossen, englischen Autorin.

Meine Wertung: 7/10

Elizabeth Jane Howard / Die Jahre der Leichtigkeit
Verlag: DTV, Seiten: 556

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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