Elizabeth Strout / Die Unvollkommenheit der Liebe

by Manuela Hofstätter on 11. Dezember 2016

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Illinois, weite Weizenfelder und Natur pur, das war Lucy Bartons Kindheit, doch in ihrem zu Hause gab es Armut, Hunger und Nöte einer Familie, die Lucy für ihr ganzes Leben prägen. Als Schriftstellerin und Mutter zweier Kinder, wie auch als Ehefrau, lebt Lucy schon seit Jahren in New York, sie liebt diese Stadt und deren Vielseitigkeit und ihre Menschen. Den Kontakt zu ihren Eltern hat sie fast gänzlich abgebrochen, über die Geburt der Kinder hat sie diese lediglich per Telefon informiert. Doch dann holt eine Infektion sie ein, eigentlich war sie nur für einen Routineeingriff ins Spital gegangen, und nun muss sie um ihr Leben bangen. Lucy vermisst ihre Kinder, sie ist schwach und da sitzt eines Nachts ihre Mutter an ihrem Bettende. Die Mutter bleibt tagelang an Lucys Seite, nie scheint sie Schlaf zu benötigen, ihre sanfte Stimme ist da, sobald Lucy aus dem Schlaf schreckt. Die Mutter erzählt alte Geschichten aus der Heimat, vieles erscheint so belanglos wie haarsträubend. Aber es ist eine ungeheuer wichtige Zeit und selbst in diesen Geschichten steckt eine Botschaft. Lucy erinnert sich zurück an ihre Kindheit, findet Antworten oder auch nicht, aber sie kann vieles verstehen und nachvollziehen, auch warum sie diese Schriftstellerin geworden ist, die sie ist. Die Liebe zwischen Mutter und Tochter ist da, auch wenn sie diese nie in direkte Worte oder viele Berührungen packen können. Lucy ist gestärkt durch diese Begegnung und sie wird ihren Weg weiter gehen, vieles kommt auf sie zu, auch grosse Veränderung.

Fazit: Kindheit und Zukunft, Mutter und Tochter, immer Unvollkommenheit!
Dieser Roman hat mich besonders dahin gehend berührt, dass Mütter und Töchter eben mit einer gewissen Unvollkommenheit in ihrer Beziehung zu ringen haben. Aber unvorstellbar ist für mich doch die Tatsache, dass die Mutter ihre Enkelkinder, die Kinder ihrer Tochter nie gesehen hat. Aber in diesem dichten Roman berührt eben vielmehr der Werdegang der Lucy Barton zur Frau und Schriftstellerin, die sie wird, die Armut der Kindheit hat Spuren für den Rest des Lebens hinterlassen. Ich persönlich habe ein Buch über Armut gelesen, Armut an Liebe und Hab und Gut und doch hat das Band der Mutter-Tochterliebe eine Stärke, eine ungeheure Stärke!

Meine Wertung: 7/10

Elizabeth Strout / Die Unvollkommenheit der Liebe
Verlag: Luchterhand, Seiten: 208

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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