Emanuel Maess / Gelenke des Lichts

by Manuela Hofstätter on 23. August 2019

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Nominiert für den Franz-Tumler-Literaturpreis 2019 und auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2019

Ein Dorf, irgendwo in der DDR, Urlaub, Dünen und dann sie, er konnte damals schon nicht beschreiben, was Angelika ihm war. Theologen, Mediziner, Wende und eine neue Welt, was sollte er da tun? Studieren, sobald wie möglich in Cambridge und anderen Orten. Die deutsche Heimat fehlte ihm dann doch irgendwann, Sehnsucht nach feinen Freunden, bezahlten Reisen, Studentenleben in der neuen Zeit. Was sollte aus ihm werden? Er gab sich Mühe, doch er dachte immerzu an sie, manchmal war sie ihm wohlgesonnen und schrieb ihm auch, manchmal wollte sie ihn wohl vergrämen und schrieb von ihrem Freund. Freunde hatte er auch und sann über alles nach, was ihm widerfahren war. Er liebte die Natur, die Sprachen, er zog weiter und weiter und doch fehlte ihm etwas. Angelika, dem Sturm getrotzt sich hingegeben, all das hatte er für ein paar Momente des Glücks getan. Während die Studenten die alten Zeiten feierten, zog eine neue Generation heran … Während in seinem Hirn Ohr, Herz und alles an grossen, alten Thesen festhält, beginnt er nachzudenken. Die Welt ist eine andere geworden, was sollte er da noch verstehen? Dieser Roman zeigt uns das Leben, Werden, Sein und Lieben eines einfachen Studenten auf.

Fazit: Zwischen alter Studentenzeit und Neuer Welt …
Dieser Roman zeigt uns den enormen Wandel, welcher sich zwischen dem Mauerfall in Deutschland und heute entspannt. Der Erzähler ist ständig in höheren Sphären unterwegs. Er huldigt immer seiner Angelika, bis er merkt, das kann nicht sein, Lust, Leidenschaft, Neuanfang, das braucht er, und bekommt es nie. Die Literatur, die Philosophie, die Kunst gibt ihm Halt und doch ist da immer und immer wieder noch etwas, kann das gut ausgehen? Dieser Debütroman ist, wie ich finde, ein Buch für versierte Leser, ein nicht immer einfacher Lesespass, doch wer sich für Literatur, Kunst, Musik und Gesang erwärmt, wird eine wundervolle Führung erleben. Ich gestehe, dieses Buch hat ein wenig von mir Besitz ergriffen, mal sehen, was ich daraus mache. Der Autor versteht es, eine gehörige Portion Ironie und Humor in sein sonst eher pathetisches Werk einfliessen zu lassen, ich würde sagen, ein hochliterarischer Leckerbissen!

Meine Wertung: 7/10

Emanuel Maess / Gelenke des Lichts
Verlag: Wallstein, Seiten: 254

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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1 Mikka Gottstein August 25, 2019 um 12:27 Uhr

Hallo,

das ist eines der Bücher der Longlist, die schon auf meiner Wunschliste stehen – und diese Rezension klingt so, als sollte es tatsächlich bald hier einziehen. Mal schauen, ob ich versiert genug dafür bin! ;-)

LG,
Mikka

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