Eva Baronsky / Manchmal rot

by Manuela Hofstätter on 18. August 2015

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Er ist ein vom Erfolg verwöhnter, eitler, ja eigentlich gar selbstzufriedener Anwalt. Einzig, dass ihn seine Freundin verlassen hat, trübt sein Wohlgefühl ein ganz klein wenig, doch er ist sich recht sicher, sie wird zurückkehren zu ihm, denn er hat ja einiges zu bieten. Eigentlich muss sie einfach zurückkehren und dann wird er sie heiraten, ein Anwalt seiner Grössenordnung muss schliesslich ein adäquates Eheweib vorweisen und süsse Kinder gehören wohl auch zum guten Ton, er wird es regeln und bis dahin erzählt er gar nicht, dass er alleine ist. Doch dann passiert es. Unter Zeitdruck eilt er rasch in seine Wohnung, will schnell Packen und den Flug erreichen, das ist er ja gewohnt. In der Schweiz die Kohlen aus dem Feuer holen heisst es für diesen Augenblick, er weiss genau, er wird es richten können, doch in seiner Wohnung liegt eine Frau in einer hässlichen Blutlache am Boden. Er hat seine Putzfrau, welche illegal bei ihm putzt, vorerst ins Spital verfrachten können, doch es passt ihm gerade gar nicht ins Konzept. Wenn sie ihm nur nicht unnötigen Ärger einbringt, er hat schon genug Probleme am Hals mit Schwarzgeld, das ihm zum Verhängnis werden könnte und dem nicht gemeldeten Vermögen seines Vaters, welches er nun legalisieren soll und eben seiner Freundin, die immer noch zickt. Wie gut ist da die Nachricht, dass die Putzfrau von nichts weiss. Diese leidet vorerst unter einer Amnesie und kann weder Aussagen zu ihrer Person noch zu irgendetwas machen. Er besucht sie und regelt alles noch eleganter, als er sich dies erhofft hat. Doch das Gedächtnis der Putzfrau erholt sich langsam wieder und was sie über ihr Leben wieder weiss, das gefällt ihr nicht und es lässt sich auch nicht mit dem vereinbaren, was sie fühlt und was sie jetzt ist. Sie handelt, beherzt, klug und unweigerlich. Sie zieht schliesslich bei ihm ein, eine fantastische Wohnung, ein Flügel darin, sie findet zur Musik, findet ihr neues Leben und wohl ihr wahres Ich. Er aber ist entsetzt, fragt sich, was diese verrückte Putzfrau überhaupt will und zum ersten Mal in seinem Leben kriegt er die Dinge nicht geregelt und weiss nicht, was aus dieser grotesken Situation noch werden soll. So schenkt er sich und auch ihr erst mal Wein ein…

Eva Baronsky / Manchmal rot

Fazit: Der Anwalt, die Putzfrau und die Chancen des Lebens!
Da hat das Schicksal zwei aufeinanderprallen lassen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch haben sie eine grosse Gemeinsamkeit. Beide wollen ihr Leben wieder geregelt kriegen und dafür sind sie bereit, so einiges zu tun. Dieser Roman hat mich gleichzeitig fasziniert und erheitert!

Meine Wertung: 8/10

Eva Baronsky / Manchmal rot
Verlag: Aufbau, Seiten: 352

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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