Fatou Diome / Ketala

by Manuela Hofstätter on 2. September 2007

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Memoria ist gestorben, nach einer gewissen Trauerfrist wird ihre Habe unter den Angehörigen dann aufgeteilt werden, diese Aufteilung nennt sich in der afrikanischen Sprache Serer: Ketala. Traurig sind sie beisammen, die Dinge aus Memorias Leben und beginnen ein Gespräch. Der Salontisch befürchtet, dass sein neuer Besitzer ihn nicht artgerecht behandeln wird, ja gar die Füsse auf ihn legen könnte. Die Bluse behauptet, dass sie Memoria gewiss am nächsten war, aber da widersprechen dann das Kissen und die Uhr doch sofort.  Der Weise ergreift das Zepter und bald sind sich die Dinge einig, dass sie, bevor auseinander gerissen, einander das Leben Memorias erzählen wollen um so ihr Andenken zu bewahren. Gesagt getan. Es war ein hartes Leben, das die Besitzerin dieser Dinge aus Afrika, der Heimat weg brachte nach Frankreich und zum Sterben dann aber zum Glück wieder zurück. Doch was geschah genau? Eine Ehe wurde geschlossen, aber Makhou der Mann Memorias begehrte nur die Männer. Memoria kämpft, alle Verführungskünste werden angewandt, denn die glühende junge Memoria kann diese Tatsache lange nicht verstehen. Es kommt zum Bruch, ein trauriger Abstieg Memorias beginnt und bringt ihr eine böse Krankheit mit. Aber als sie nichts mehr hat, will sie nur noch der Familie in Afrika genügen, und ja, sie kann viel Geld in die Heimat senden. Balsam sind die Worte die sie dann erreichen aus der Familie, sie sei die beste aller Töchter! Das Ende naht und Memoria findet im Sterben, diese Liebe, welche sie auf falsche Weise einforderte zuvor endlich. Die Liebe von Makhou. Ja und denn die Angst der Dinge, werden sie nun bei der Ketala auseinander gerissen?

Fazit
Absolut erfrischend originell ist es, durch Fatou Diome den Dingen zuzuhören. Diese erzählen uns dann aber sehr Trauriges, doch durch die zänkischen Auseinandersetzungen der Dinge zwischendurch, können wir auch immer wieder schmunzeln. Was für ein Leben, was für eine Geschichte! Aber am Ende ist das Schreckliche zwischen Memoria und Makhou aufgehoben, und das was bleibt ist gut und gerecht.

Meine Wertung: 7/10

Fatou Diome / Ketala
Verlag: Diogenes, Seiten: 253

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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