Fred Vargas / Das barmherzige Fallbeil

by Manuela Hofstätter on 10. Dezember 2015

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Adamsberg und sein Team schlittern fast zufällig in einen neuen Fall, aber dafür erweist sich dieser als undurchschaubares Dickicht mit etlichen Hundert Verdächtigen. Was ist passiert? Es gab zuerst zwei Tote, eine alte Dame und ein Mann, doch weil es Zweifel an deren beiden Selbstmorden gibt, schaut Adamsberg genau hin und entdeckt bei beiden Toten ein seltsames Zeichen. Bald ist klar, ein Mörder hat seine Botschaft hinterlassen, doch nicht einmal der alles wissende Danglard aus Adamsbergs Team kennt dieses Zeichen. Einzig Adamsberg findet schliesslich heraus, was es darstellt und das wiederum kommt für Danglard fast einer Kränkung gleich. Der Fall ist aber dermassen kurios, es scheinen anfänglich zwei Fälle gar zu sein, denn es gab eine Verbindung der ersten Opfer, sie waren vor langen Jahren per Zufall in Island aufeinandergestossen und zu einer Gruppe geworden, die auf eine sagenumwobene kleine Insel reisten und dort festsassen. Zwei Reisende fanden dort damals den Tod, es muss sich Schreckliches zugetragen haben in der Kälte Islands. Adamsberg lässt sich die tragische Geschichte von damals von keinem Geringeren erzählen als dem Sohn der Frau, die auf der isländischen Insel ihr Leben verlor, angeblich war ein brutaler Mörder in der Gruppe damals und er hat alle zum Schweigen verdonnert, sollten sie sprechen, er würde sie und ihre Lieben finden und töten, er sei sie alle immer am Beobachten. Der junge Mann ist bildhübsch und zerbrechlich, Adamsberg macht Bekanntschaft mit dessen Freunden im nahen Umfeld, mit Menschen und einem treuen Wildschwein. Aber dann erfährt die Polizei von einer geheimen Gesellschaft, Hunderte von Mitgliedern zählt sie und sie alle scheinen Geschichtsfanatiker zu sein. Sie treffen sich maskiert, in originalgetreuen Kleidern und Perücken mit weiss gepuderten Gesichtern, teils zu originalgetreu nachgespielten Reden Robespierres. So blüht denn Danglard auf, er weiss alles und die Zeit der Revolution fasziniert ihn besonders. Während sich der Fall zuspitzt und alle im Team fordert, beschliesst Adamsberg nach Island zu reisen und spaltet somit sein Team in zwei Lager. Die meisten verstehen nämlich ihren Kommissar nicht mehr und sind aufgebracht, Danglard erhält die stellvertretende Leitung und auch er ist wütend auf den Chef. Nur Veyrenc reist mit und in letzter Minute auch die stinksaure Kollegin Retancourt. Was will Jean Baptiste nur in Island? Können die zu Hause gebliebenen Kollegen mit Danglard den gefährlichen Mörder stoppen?

Fred Vargas / Das barmherzige Fallbeil

Fazit: Jean Baptiste Adamsberg ist wieder da!
Allein diese Worte genügen, um unter die Bettdecke zu schlüpfen und zu lesen. Aber dann musste ich mich wieder an die Welt gewöhnen, die Vargas rund um ihren Kommissar und dessen Team geschaffen hat, fast wurde mir dieser Krimi zu bizarr und gar langfädig, doch dann schlug sie unmittelbar wieder zu die Magie Adamsbergs. Dieses Mal kommt das bewährte Team an seine Grenzen und spaltet sich in zwei Lager, das ist äussert spannend. Wer ihn kennt, diesen Kommissar und sein Team, der weiss, wovon ich spreche. Ich bin einmal mehr begeistert und heute liegt dichter, weisser Nebel über dem Thunersee und das verursacht mir Gänsehaut. Aber ich weiss, der Nebel wird sich lichten, genau wie im Fall “Das barmherzige Fallbein”.

Meine Wertung: 8/10

Fred Vargas / Das barmherzige Fallbeil
Verlag: Limes, Seiten: 512

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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