Frederica de Cesco / Die Augen des Schmetterlings

by Manuela Hofstätter on 7. Mai 2006

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Die junge Finnin Agneta hat einen grossen Traum, sie möchte eine grosse Modedesignerin werden. Agneta hatte eine tiefe Verbindung zu ihrer Grossmutter, welche dem Sami-Volk angehörte, Agneta trägt auch immer das traditionelle Messer der Sami auf sich. Die Eltern sind modern, die alte Kultur bedeutet ihnen nicht mehr viel. Nun erhält die junge Finnin die einmalige Chance, als einzige Ausländerin an der berühmten Bunka Fashion School in Tokio ausgebildet zu werden, natürlich nimmt sie die Herausforderung an. Agneta lernt diese schwierige Sprache und geht auf die grosse Reise. Angekommen in Japan, stürzt eine völlig neue und komplizierte, aber auch faszinierende Kultur auf Agneta ein. In der Schule trifft sie auf Lumina, sofort entsteht eine Freundschaft zwischen ihr und dieser kleinen, bezaubernden und zugleich höchst eigenartigen Japanerin. Irgend etwas an Lumina ist beunruhigend und traurig, wenn Agneta nur wüsste was, ihr feiner Sinn signalisiert ihr Gefahr. Doch die seltsame Lumina sorgt sogar dafür, dass Agneta eine Wohnung erhält, im Hause ihres Onkels Dan und dessen Mutter. Dan ist ein berühmter Künstler, ein Onnegata, der Mann in der Frauenrolle. Bald ist er auch Agnetas Geliebter und sie nimmt bei seiner Mutter Unterricht in der Kunst des Seidenmalens . Bloss ist da diese Sache mit Lumina und einem eigenartigen, schaurigen Bild eines Vorfahrs, welches sie unbedingt im Hause aufgehängt haben möchte. Plötzlich fragt sich Agneta, wieso Lumina so aus der Familie ausgeschlossen ist und nicht selbst in der Wohnung lebt, welche sie ihr so lieb empfahl. Da offenbart ihr Dan ein tragisches Drama um Luminas Lebensschicksal und um ihre Oma Sumire, welche schliesslich den Verstand verloren hatte und gefährlich geworden war. Hat Sumire Besitz ergriffen von Lumina, sind alle in Gefahr? Dank den Wurzeln der Sami, ihren untrüglichen Urinstinkten und der Kraft ihrer Kampfkunst kann Agneta schliesslich das Schlimmste verhindern.

Fazit
Spannend und exotisch, dazu eine Fülle von Bräuchen des Sami -Volkes aus dem hohen Norden Finnlands und einen Einblick in die komplizierte, doch berauschende Kultur Japans. Ein düsteres Familiengeheimnis und eine Ahnin, welche ihren Frieden nicht findet und Unheil bringt. Einerseits schöne Liebesszenen, aber dann auch Gänsehaut um ein Bild, das man nicht mehr vergessen kann. De Cesco konnte mich bislang mit ihren Erwachsenenbüchern nicht überzeugen, doch dieser Roman hier, der konnte es, absolut lesenswert!

Meine Wertung: 8/10

Frederica de Cesco / Die Augen des Schmetterlings
Verlag: Blanvalet, Seiten: 446

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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