Gérard Georges / Eines Morgens auf dem Land

by Manuela Hofstätter on 25. November 2011

Post image for Gérard Georges / Eines Morgens auf dem Land

Ein kleiner Platz in der Auvergne hat eine Besonderheit, nämlich nur noch einen einzigen Einwohner, den alten Bauern Ferdinand Pélissier. Pélissier hat seine treue Hündin, ein paar Hühner und acht Charolais-Kühe. Der Bruder, mit welchem er den Hof früher bewirtschaftete, der ist verstorben und mit den Menschen hat es Ferdinand eher schwer. So ist denn auch die erste Begegnung mit seinen neuen Nachbarn keine freundliche, er vermutete Eindringlinge und schoss beinahe auf die Engländer, welche das völlig heruntergekommene Nachbarsgut gekauft haben. Der Bürgermeister stellt ihm dann die Nachbarn vor und Ferdinand muss zugeben, dass er sie eigentlich mag, diese komisch sprechenden neuen Nachbarn, die Roastbeefs, wie sie Ferdinand für sich nennt. Pat hat ihre Kindheit in der Normandie verbracht und spricht glänzend französisch, ausserdem ist sie auch eine bildhübsche Frau, was Ferdinands Augen gut tut. John ist auch ganz in Ordnung und das kleine Mädchen der beiden, die so süsse wie freche Peggy, die erobert Ferdinands Herz im Sturm. Ach er wäre gerne Vater und Grossvater geworden, der alte Bauer, aber seine grosse Liebe, nun ja, die endete in einer Tragödie und von da an war dieses Thema für ihn erledigt. Peggy aber ist so begeistert von ihm, ihrem Indianer, wie sie ihn nennt die freche Göre, aber er verzeiht es ihr gerne und sein Herz schlägt höher, als sie ihre Lieblingskuh Noiresse sogar melken lernt bei ihm. Als ihn die Roastbeefs gar zum Weihnachtsfest einladen, weiss Ferdinand, dass er wohl tatsächlich Freunde gefunden hat und als sein Herz ihm einen bösen Streich spielt, stellen die Engländer ihr Können endgültig unter Beweis. Nicht nur die Tiere werden versorgt, nein die Kellys sind auch richtig traurig und in Sorge um den alten Nachbarn. Ferdinand hat eine Entscheidung getroffen und er will dem Tod unbedingt von der Schippe springen um noch etwas zu erledigen, mindestens…

Fazit: Grantiger Franzose trifft auf freche Göre
Zugegeben, dieser Roman liest sich fast ein wenig wie die Rosamunde Pilcher Romane, bloss für mich eben doch anders, feiner, und er eroberte mein Herz, selbst wenn er viele Klischees bedient. Der alte, verbitterte Bauer und die englischen Nachbarn mit ihren Träumen vom Neuanfang aber eben auch die Klugheit des kleinen Mädchens Peggy, das ist einfach schön zu lesen und die Freundschaft, die die Menschen verbinden kann, so sie denn einfach nur wollen, das ist die Botschaft dieses Romans. So einfach kann es tatsächlich sein, das Leben glücklich zu gestalten, das ist mir mal wieder so schön vor Augen geführt worden. Na, auch Lust darauf?

Meine Wertung: 6/10

Gérard Georges / Eines Morgens auf dem Land
Verlag: Thiele, Seiten: 266

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

Letzte Artikel von Manuela Hofstätter (Alle anzeigen)

Share on Pinterest
There are no images.
Share with your friends










Submit

{ 2 comments… read them below or add one }

1 Steffi November 30, 2011 um 09:58 Uhr

Och ne, Rosamunde Pilcher hab ich über. Die Handlungen sind einfach zu vorhersehbar und oberflächlich geworden. Früher hab ich mir das gerne angeschaut bzw. gelesen, heute schüttele ich nur noch genervt den Kopf. Auch wenn das Cover wirklich bezaubernd ist, wird dieses Buch wohl nicht bei mir einziehen. Vlg Steffi

2 Susanna Januar 19, 2012 um 20:39 Uhr

Wirklich köstlich zu lesen , dieses Buch! Und gar nicht wie Rosamunde Pilcher -viel tiefgründiger und weniger kitschig -kann es nur empfehlen!

Leave a Comment