Grégoire Delacourt / Die vier Jahreszeiten des Sommers

by Manuela Hofstätter on 21. November 2016

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Jeden Sommer zieht es viele Menschen jeden Alters an den Strand von Le Touquet, manche von ihnen kommen immer wieder, wollen zusehen, wie sich das Meer zurückzieht, wie die Wärme sich in den Herzen der Liebenden entwickelt. Da ist ein Mädchen, doch die Frau in ihr ist schon zu erahnen, ständig von einem jungen Mann begleitet, lachend, Hand in Hand rennen sie voller Unschuld durch den Sand. Aber er liebt sie schon so lange, wartet auf die Frau in ihr, will ihr seine Liebe dann schenken und mit ihr sein ganzes Leben teilen. Er leidet und er wird noch viel mehr leiden. — 35 Jahre, das ist ein gutes Alter, aber es kann auch schon das Leben einer Frau arg verändert haben, sie ist mit ihrer Mutter und ihrem Sohn Hector am Strand, der Mann, welcher fehlt, musste zu früh gehen, das Leben geht einfach weiter. — Sie sitzt an der Bar, in einem Kleid, wie sie es vielleicht noch nie getragen hat, nicht einmal, als sie noch richtig jung war, aber sie will es noch einmal wissen, ob das nun noch geht, wenn man die 50 hinter sich gelassen hat, sie glüht, sie will einen Mann, sie will Sex, sie will Leidenschaft, ja auch Liebe. Sollte das denn möglich sein, noch einmal zu beginnen, richtig zu beginnen? — In diesem Sommer 1999 in Le Touquet merkt man nicht viel von den Weltuntergangsprophezeiungen des Nostradamus, und doch ist es ein ganz besonderer Sommer. Auch für ein altes Ehepaar, sie sind oft hierher gekommen, die Leute drehen sich nach ihnen um, immer noch sind sie ein schönes Paar, die Liebe haben sie ihr ganzes Leben lang füreinander behalten können. Es waren die Kriegszeiten, welche sie zusammengebracht haben, sie überlebten, hielten es nicht für die grosse Liebe, aber genau das wurde daraus. Mit ihren Rosen haben sie viele Leute glücklich gemacht, manche Braut erröten sehen, viele Geschichten erlebt, Verlust mussten sie verarbeiten und ihre Tochter ziehen lassen, sie haben es alles gemeistert. Nun sind sie alt, sie sind wieder an den Anfang ihrer Geschichte zurückgekehrt und schauen aufs Meer. Sie werden in die Sterne laufen, miteinander, so wie sie alles miteinander gemacht haben in ihrem Leben.

Grégoire Delacourt / Die vier Jahreszeiten des Sommers

Fazit: Die grosse Liebe und die vielen kleinen …
Die Menschen, die uns um die Jahrhundertwende am Strand von Le Touquet begegnen, haben ihre Geschichten. Und diese werden von Grégoire Delacourt miteinander verknüpft, poetisch, melancholisch zuweilen auch und absolut bewegend. Die Facetten unseres Liebens sind es, welche uns eigentlich ausmachen. Ein sehr feines, literarisches Buch.

Meine Wertung: 8/10

Grégoire Delacourt / Die vier Jahreszeiten des Sommers
Verlag: Atlantik, Seiten: 192

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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