Hannah Kent / Das Seelenhaus

by Manuela Hofstätter on 10. September 2014

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Island 1828: In schwere Ketten gelegt bringen die Büttel eine Frau auf einen Hof, dort soll sie in Verwahrung bleiben, bis ihr Todesurteil vollstreckt wird. Der Hof und die Familie, welche ihn führt, sind in heller Aufregung. Gottesfürchtige Leute sind sie, der Vater Beamter, darum wohl wurde ihnen diese Last auferlegt, die Nachbarn sind neugierig entsetzt, die Töchter des Hauses reagieren unterschiedlich. Die schöne Lauga kann ihren Unmut nicht verstecken, doch ihre Schwester Steina reagiert neugierig auf diese Frau, die da nun in ihrem Hause leben soll, diese Mörderin, vor der sich alle so fürchten. Agnes Magnúsdóttir staunt, als die Hausherrin ihr die Ketten abnehmen lässt, sie weiss, für die anderen ist sie nur die Mörderin, sie haben alle Angst vor ihr. Doch Agnes hatte einfach ihr ganzes Leben lang nur Pech und nun soll sie sterben. Da Agnes auf dem Hof gut behandelt wird, schuftet sie, wie sie nur kann, die Ernte steht an und man ist froh um jede Hilfe. Agnes ist tüchtig und gebildet, dies bemerkt auch bald der junge Pfarrer, welcher ihr bis zur Hinrichtung zur Seite stehen soll. Mit der Zeit gewöhnen sich alle auf dem Hof an Agnes, nicht nur Steina, welche ihr von Anfang an wohlgesonnen war, nein, auch alle andern beginnen, Agnes zu mögen und fragen sich, wie es möglich sein kann, dass diese Frau eine Mörderin ist. Agnes erzählt dem Pfarrer ihre Geschichte, die Zeit geht voran und dann steht das Datum ihrer Hinrichtung fest, gibt es keine Gnade für Agnes?

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Fazit: Agnes Magnúsdóttir, oder wann ist ein Mord ein Mord?
Welch ein Romandebüt legt Hanna Kent da vor! Basierend auf der wahren Geschichte von Agnes Magnúsdóttir, die letzte Person, welche in Island hingerichtet wurde, eröffnet uns die Autorin eine Ahnung, eine Möglichkeit, wie die Wahrheit eben auch aussehen könnte. Von anfänglichem Unbehagen gelangen wir zu Einsichten, stellen fest, das Unglück kann eine Person fest in der Hand behalten und dann staunen wir über die wiedererlangte Menschlichkeit, die letztendlich kein gutes Ende erzwingen kann, aber doch etwas erreicht. Dieser Roman geht unter die Haut und wahrlich erreicht Agnes eine gewisse Unsterblichkeit und dieses Buch bleibt seinen Lesern einfach unvergesslich.

Meine Wertung: 8/10

Hannah Kent / Das Seelenhaus
Verlag: Droemer, Seiten: 374

Hannah Kent im Interview zu “Das Seelenhaus”. “Literatur ist am eindringlichsten, wenn es ihr gelingt, Mitgefühl zu erzeugen.” –> http://www.droemer-knaur.de/leselounge/8222550/hannah-kent-im-interview-zu-das-seelenhaus

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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