Heinrich Steinfest / Die feine Nase der Lilli Steinbeck

by Manuela Hofstätter on 6. August 2007

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Ein Wissenschaftler, Spezialgebiet Wasservögel, denkt sich im stillen wieder einmal, wie viel Glück im Leben er doch hat. Eine Bilderbuchtochter, eine attraktive Frau, die neben ihrem Beruf auch noch gerne haushaltet und lecker kocht, ein schönes Haus, eben einfach alles was es braucht. Kurz nach diesen Gedankengängen durchschlägt ein Wurfgeschoss die Fensterscheibe und rollt unter den Tisch. Es ist klar, dass es die Aufgabe des Mannes ist, unter den Tisch zu kriechen um die eventuelle Gefahr zu bannen, allerdings handelt es sich lediglich um einen Apfel. Man wischt die Scherben beiseite, tut diesen Vorfall als blöden Streich ab und wendet sich gemütlich dem Abendessen zu. Allerdings klingelt in der Nacht das Telefon, der Mann nimmt ab und vernimmt eine äusserst angenehme Frauenstimme, welche ihn schliesslich durch höflichen Nachdruck dazu bringt, ein zwei Bissen vom genannten Apfel zu essen. Am nächsten Morgen ist der Mann Spurlos verschwunden. Es deutet alles auf eine Entführung hin, obwohl es keine Lösegeldforderung gibt. Doch dies ruft Lilli Steinbeck auf den Plan, Spezialistin in Entführungsfragen und zudem eine ganz und gar einzigartige Frau. Stets modisch gekleidet ist Lilli Steinbecks schlanker Körper, sie ist eine sehr attraktive Frau, währe diese Nase nicht, eine Entstellung der absoluten Schönheit, mitten im Gesicht eine Klingonennase! Aber vermutlich ist es eben diese Nase, die Steinbecks Verehrer und Bewunderer auf eine nötige Distanz bringt und zudem verwirrt. Die Ermittlung führt nach Griechenland, wo Lilli bereits in der ersten Nacht attackiert wird und anschliessend von der dortigen Polizei aufgefordert, das Land wieder zu verlassen.. Lilli ist ein Profi, kurzerhand gibt sie Ferien ein um ungehindert weiter ermitteln zu können. Ein Junger schöner Polizist hilft ihr und macht sie mit dem unvergleichlichen Mann Kallimachos bekannt. Kallimachos ist garantiert der dickste Grieche, nein gewiss der dickste Mensch der Welt, aber er wird zum unentbehrlichen Begleiter von Lilli. Die weiteren Ermittlungen sind alles andere als gemütlich und sie führen das kuriose Team an die entlegensten Orte und zu verrückten Entdeckungen.

Fazit
Dies ist der erste Krimi von Heinrich Steinfest, den ich lese, aber er hat nun einen grossen Fan mehr, denn ich will sie alle haben und lesen! Manchmal, ganz selten, passiert es einem Vielleser, dass er über einen Text stolpert, der eine Entdeckung ist, weil eben völlig andersartig und noch nie dagewesen. So ist für mich dieser Autor, es fehlen mir eigentlich auch die Worte um diesen Krimi zu beschreiben. Urkomisch, absolut tiefgründig, unerwartet, intelligent und von subtiler Philosophie durchzogen! Ich habe selten derart gelacht und doch die Spannung kaum ausgehalten. Mann muss diese Figuren lieben, ich liebe Steinfests Krimi.

Meine Wertung: 9/10

Heinrich Steinfest / Die feine Nase der Lilli Steinbeck
Verlag: Piper, Seiten: 347

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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