Helga Beyersdörfer / Die Nachmittagskinder

by Manuela Hofstätter on 19. Juni 2014

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Jolande ist oft genervt über ihre Mutter Ruth, aber schliesslich steht sie kurz vor dem Abitur und fühlt sich schon recht unabhängig. Einzig eine Sache wäre da noch, sie muss unbedingt eigenes Geld verdienen. Kurzerhand richtet sie sich im Souterrain in einem ungenutzten Raum ein Büro ein und will dort einfach ihre Ruhe. Diese Ruhe kostet 80 Euro im Monat und diesen Betrag muss Jolande selbst aufbringen. Unverhofft stehen da plötzlich zwei kleine Kinder bei Jolande im Büro und sie hilft ihnen, ohne gross nachzudenken. Als dann der Vater dieser Kinder sie fragt, was er ihr denn für ihre Dienste schulde, da erkennt Jolande das Potenzial, welches das Haus, in welchem sie mit ihrer Mutter wohnt, doch eigentlich bietet. Sogleich heisst Jolandes Geschäft «Büro für bezahlte Dienstleistungen». Und tatsächlich haben eigentlich alle Bewohner dieses Hauses Bedarf für solche Dienstleistungen und darüber hinaus kommen auch noch sonstige Besucher auf Jolande zu und sie merkt, mit welchen Menschen und deren Leben sie da eigentlich unter einem Dach wohnt. Es wird Jolande auch einmal zu arg, aber ihre Mutter ist ja, ohne jegliche Ankündigung, einfach so für ein paar Wochen verreist, weil sie die Aggressionen zwischen ihr und Jolande nicht mehr ertragen mochte. Jolande staunt über ihre Mutter, über die Schicksale der Hausbewohner aber auch über die Veränderungen im Haus. Ruth kehrt heim und darf stolz sein und ebenfalls staunen, es hat sich so einiges verändert m Haus und offensichtlich ist Jolande für Vieles davon verantwortlich. Dass ihre Tochter sogar einen Brunch für sie auf den Tisch zaubert und sie endlich wieder miteinander gut reden können, das gehört zu den weiteren zauberhaften Tatsachen, welche das Haus und seine Bewohner rund um Jolande gemeinsam erleben dürfen. Es gibt da ein altes Ehepaar, welches plötzlich auflebt und keine Angst mehr vor Computern und Internet hat, eine Mutter mit Baby, welche plötzlich weiss, dass der echte Papa der einzig richtige Papa ist und einen anderen Vater, der über sich hinaus wächst und noch so ein paar Hausbewohner mit ihren Geschichten, sie alle aber hätten ihren Weg wohl nicht gefunden, wenn da nicht die junge, ungestüme Jolande gewesen wäre, mit ihrem grossen Herzen am richtigen Fleck!

Helga Beyersdörfer / Die Nachmittagskinder

Fazit: Es gibt Bücher, die machen einfach schlicht glücklich beim Lesen.
«Die Nachmittagskinder» ist eines dieser Bücher. Ich habe es gelesen, dazu ein breites Lächeln auf meinem Gesicht gehabt und ein fröhliches Herz bekommen. Dieser Roman erzählt vom positiven, bereichernden Miteinander von Menschen, Jung und Alt, Mann und Frau, gemeinsam schaffen sie so einiges, denn sie leben eben mit Jolande unter einem Dach! Jolande findet garantiert den direkten Weg in das Herz eines jeden Lesers.

Meine Wertung: 8/10

Helga Beyersdörfer / Die Nachmittagskinder
Verlag: Knaur, Seiten: 219

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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