Helmut Pöll / Die Elefanten meines Bruders

by Manuela Hofstätter on 20. März 2013

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Billy Hoffmann wäre eigentlich ein ganz normaler elfjähriger Junge, wenn man bei ihm nicht ADHS diagnostiziert hätte. Aber selber denkt er, dass sich die Erwachsenen da wohl irren müssen. Die Erwachsenen machen Billy oft nervös, er kann es nicht leiden, wenn man ihm auf eine Frage keine klare Antwort gibt und Erwachsene verstricken sich gerne in sinnlose Antworten oder versuchen sich gar ganz aus der Verantwortung zu schleichen. Wenn Billy nervös ist, muss er unbedingt rennen, wenn er das nicht kann, oder es ganz dicke kommt, dann kann es sein, das er hyperventiliert und einfach ohnmächtig umkippt. Billy findet es gar nicht schlimm so wegzutreten, nein, er rettet sich manchmal gar in diesen Zustand, denn wenn er jeweils wieder zu sich kommt, dann liegt er auf dem Sofa und seine Mutter ist garantiert nicht böse auf ihn und umsorgt ihn. Zum grossen Glück hat Billy eine allerbeste Freundin. Mona versteht ihn immer sofort, auch ihre Mutter ist schwer in Ordnung. Weil man Mona vertrauen kann, weiss sie als Einzige von Billys grossem Geheimnis und sie weiss auch alles über Billys verstorbenen Bruder Phillipp. Billy liebte seinen grossen Bruder abgöttisch und er durchlebt die Schreckensszenarien des Unfalls den Phillipp das Leben gekostet hat immer und immer wieder bis ins kleinste Detail. Sie waren mit ihrer Mutter auf dem Weg in den Zirkus, die heiss geliebten Elefanten sah sein Bruder aber nicht, sie kamen nicht bis zum Zirkus. Billy erzählt bei den Besuchen bei seiner Psychologin nie, wie sehr er darunter leidet, nicht die Elefanten gesehen zu haben mit Philipp, auch nicht, dass er niemals einen Zirkus betreten hat, seither. Manchmal, das muss Billy zugeben, passiert auch ihm ein Fehler. Serrano, der alte Mann, welchen er so lange observiert hat, der ist eben doch kein Bombenleger, die Polizei und seine Eltern sind nicht gerade erbaut, dass Billy durch seine Behauptung ein Chaos angerichtet hat. Doch zum Glück stellt sich Serrano dann nicht nur als Freund heraus, nein, der alte Mann ist weit mehr als das, doch dies bleibt ein Geheimnis zwischen Billy und Serrano. Serrano weiss auch, was Verlust bedeutet, er hat selbst seinen Enkel verloren und vielleicht mag Billy ihn gerade darum auch richtig gut leiden. Serrano beschert Billy so manches Abenteuer und er schafft sogar das Unmögliche, wahrlich, Serrano ist eben kein normaler Mensch, doch das behält Billy natürlich für sich.

Fazit: Ein ganz besonderer Junge mit einer ganz besonderen Geschichte.
Diese berührende, skurrile und absolut auch witzige Geschichte um den Jungen Billy Hoffmann ist wirklich etwas ganz Besonderes und erinnert mich irgendwie an “Superhero” von Anthony McCarten. Die Welt des Billy Hoffmanns ist eine einzigartige Welt und er ist ein schlicht betörender Junge mit einer so absoluten Wahrheit, dass wir ihn sogleich ins Herz schliessen und nicht mehr vergessen. Der einzige Wermutstropfen bei diesem Buchtipp: Es ist einfach jammerschade, ist dieser Roman nicht in einem guten Verlag untergekommen, der Weg zu diesem Buch ist etwas umständlicher, denn ich kann es leider nicht in der Buchhandlung verkaufen. Aber in diesem seltenen Fall muss ich dazu aufrufen, sich diese Geschichte zu beschaffen, der Aufwand lohnt sich!

http://www.dieelefantenmeinesbruders.de

Meine Wertung: 7/10

Helmut Pöll / Die Elefanten meines Bruders
Verlag: ebook Edition, Seiten: 262

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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