Hennig Mankell / Die italienischen Schuhe

by Manuela Hofstätter on 25. August 2007

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Fredrik Welin wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, sein Vater war Kellner und ziemlich entsetzt, als sein Sohn im erklärte, dass er Arzt werden wolle. Fredrik wurde Arzt, wurde ein guter Chirurg, doch dann passierte ihm ein Fehler und er zog sich sehr früh aus dem Berufsleben zurück. Nun lebt er zurückgezogen auf einer kleinen Schäreninsel, altert vor sich hin und mit ihm tun dies eine Hund und eine Katze. Im Wohnzimmer gibt es wenigstens emsiges Leben, denn dort wächst ein riesiger Ameisenhaufen immer weiter und hat bereits einen Teil des Tischtuches in sich verschwinden lassen. Fredrik selbst ist weniger emsig, damit er spürt, dass er noch am Leben ist, hat er ein eigenartiges Ritual entwickelt. Es pickelt sich jeden Tag ein Loch im Eis frei und steigt durch dieses hinein, ins bitterkalte Wasser. Eigentlich sieht Fredrik bloss einen Menschen ab und zu, den Postbooten. Doch als er nackt vor seinem Eisloch steht, entdeckt er einen schwarzen Punkt draussen auf dem Eis, ein Mensch. Nicht irgendein Mensch, eine Frau, nicht irgendeine Frau, nein es ist Harriet, die grosse Liebe aus vergangener Zeit. Harriet ist alt geworden und schwer krank, sie ist gekommen um ein altes Versprechen einzufordern. Als junger Mann liess Fredrik seine grosse Liebe  einfach im Stich, jetzt will Harriet mit ihm zu einem kleinen Waldsee in Nordschweden fahren, denn das versprach er ihr damals. Aber Harriet ist nur der Anfang der Veränderungen im Leben des zurückgezogenen Mannes. Plötzlich hat Fredrik nämlich eine Tochter, eine einzigartige junge Frau mit einem alten Wohnwagen, ziemlich speziellen Freunden und einer ungewöhnlichen Courage. Aber Fredrik stellt sich auch selbst seiner Vergangenheit, dies bringt ihm eine Reihe weitere ganz aussergewöhnliche Frauen in sein Leben. Fredrik Welin feiert ein rauschendes Sommerfest, hört eine betörend schöne Stimme singen und begegnet dem Tod mehr als einmal innert kurzer Zeit, aber er selbst, er findet das Leben wieder, sein Leben.

Fazit
Henning Mankell nur von seinen Wallander Krimis her zu kennen, wäre schade, hat er doch auch andere Romane und Jugendbücher geschrieben und macht uns nun mit “Die italienischen Schuhe” ein ganz besonderes Geschenk. Diese Geschichte berührt und fasziniert zugleich und wir staunen wieder, welche Begegnungen mit Menschen und welche Besonderheiten uns doch das Leben schenken kann, wenn wir nur wollen! Lesen und diese Figuren nie mehr vergessen!

Meine Wertung: 8/10

Hennig Mankell / Die italienischen Schuhe
Verlag: Zsolnay, Seiten: 365

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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