Ingrid Noll / Der Mittagstisch

by Manuela Hofstätter on 22. September 2015

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Nelly hat nicht lange Zeit gehabt, ihrem Amerikaner Matthew nachzutrauern, da waren ihre zwei Kinder Simon und Caroline und es galt, ohne Mann irgendwie zurechtzukommen. Einfach verschwunden war er plötzlich von der Bildfläche und Nelly fand keine Arbeit, schliesslich hatte sie ihr Studium nicht zu Ende gebracht, sie brachte stattdessen Kinder zur Welt. Aber dank ihrer Mutter hat sie ein Haus, ein Dach über dem Kopf und Nelly kocht gerne und gut, so entstand plötzlich eine Einnahmequelle für sie. Eine ehemalige Bekannte, jetzt Lehrerin, fand das Mensaessen so schrecklich und Nellys Küche so fein, schon war die Idee des Mittagstisches geboren. Inzwischen hat Nelly eine stattliche Anzahl an Kostgängern, welche inoffiziell an ihrem Mittagstisch sitzen, diesen schätzen und gerne für ein feines Mahl bezahlen. Eine Freundin hat noch gleich ihren Vater bei Nelly versorgt, alle nennen ihn nur den Kapitän, weil er auf See gekellnert hat. Die Kinder lieben den Kapitän und er geht ganz auf in der Rolle des Wahlopas und auch derjenigen des Hilfskochs und guten Geistes an der Seite von Nelly. Als ein böses Gerücht einmal an der Rolle des Kapitäns rüttelt, wird die Bindung nach überstandener Krise nur noch enger und der Opa unersetzlicher als je zuvor. Nelly hat ja ein Auge auf den Elektriker Markus geworfen, der lässt ihr Herz höher schlagen aber leider ist er liiert mit einer doofen Zicke, der schönen Gretel. Das Schicksal aber spielt Nelly Markus offenbar in die Hände, Gretel ist nicht mehr und nun könnte da ja etwas werden aus den romantischen Gefühlen, die sie ihm gegenüber doch hegt. Aber die Liebe ist dann doch widerspenstiger, als man sich das wünscht, zudem hat Nelly plötzlich einen Gast in ihrem Haus, auf welchen sie sehr gerne verzichten könnte und es läuft auch sofort so einiges, ja fast alles, aus dem Ruder. Gut gibt es den Kapitän, der hat ja Erfahrung auf See und scheut auch das Rudern nicht, es gilt, aus den gefährlichen, stürmischen Gewässern zu entrinnen, in welche Nelly plötzlich geraten ist. Vielleicht wird es nach überstandenen Nöten auch endlich etwas mit Markus, geholfen hat schliesslich auch er, in der schlimmsten Phase war er an Nellys Seite.

Ingrid Noll / Der Mittagstisch

Fazit: Noll, mordsgut, wenn es Not tut!
Sie ist die Autorin, die weiss, wie man aufräumt. Wenn Frau in einer Notlage ist, so lässt sie auch Nelly ihren Weg gehen und weiss ihr die richtigen Leute an die Seite und die anderen aus dem Weg zu stellen. Es ist ein Roman für die gewissen Stunden Lesegenuss, wenn man sich Ablenkung wünscht oder eine Wut auf jemanden hat. Herrlich angerichtet, aber nicht für alle bekömmlich!

Meine Wertung: 7/10

Ingrid Noll / Der Mittagstisch
Verlag: Diogenes, Seiten: 224

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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