Ingrid Noll / Halali

by Manuela Hofstätter on 7. Februar 2018

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82 Jahre alt ist sie und verwitwet, doch Holda, von ihrer Enkelin Laura liebevoll Frau Holle genannt, kann ihrer jungen Enkelin jede Menge Spannendes aus Ihrer Jugendzeit und ihrem Einstieg ins Arbeits- und Liebesleben erzählen. Holda verliess als junge Frau ihr Elternhaus, welches stolz eine Bäckerei in ländlicher Gegend ihr Eigen nennen konnte, um in Bonn ihr Glück zu suchen.
Im Innenministerium hat Holda Glück, sie arbeitet bei einem herzensguten Menschen von Chef und erst noch gemeinsam mit ihrer Freundin Karin. Die beiden jungen, hübschen Freundinnen gehen gemeinsam durch dick und dünn. Karin wohnt bei ihrer fast adeligen Verwandten, während Holda ein kleines Zimmer zur Miete hat, duschen muss sie im Ministerium, wo denn auch bald ein Skandal die Runde macht und vermutet wird, dass ein Spanner das Duschen der Frauen beobachtet. Die Freundinnen geraten durch einen Zufall in eine Spionageaffäre und können aus dieser kaum mehr entrinnen. Erste Liebeleien stellen die Freundschaft der beiden jungen Frauen zusätzlich auf eine zuweilen auch harte Probe. Unglückliche Umstände führen dazu, dass sie zu dritt mit Karins aktuellem Freund einen Mord begehen und sich plötzlich eine Leiche vom Hals schaffen müssen.
Frau Holle bügelt nicht nur mit grosser Mühe Lauras Wäsche, sie kann Laura auch mit ihrer Lebensgeschichte faszinieren. Gebannt blickt Laura zu ihrer geliebten Grossmutter hin und bittet diese, doch bitte weiterzuerzählen und tatsächlich, Holda hat noch einiges auf Lager. Die Jagd nach einem passenden Mann fürs Leben hielt die Freundinnen damals genauso ausser Atem wie die Spionageaffäre oder plötzliche Tote, mit welchen sie doch bitte nichts, nun ja, fast nichts zu tun hatten. Wie ging die Jagd wohl aus? Halali, hören wir Frau Holle zu!

Fazit: Halali auf eine gute Jagd und ein gutes Leben.
Mit diesen Roman zeigt Frau Noll einmal mehr, wie ganz und gar fast unschuldig gewisse notwendigste Morde einfach passieren können. Zudem ist dieser Roman auch faszinierend, da Frau Noll selber in jungen Jahren im Innenministerium in Bonn gearbeitet hat. Halali, da können wir unsere Gedanken auf die Jagd schicken und so einigen Strängen nachpirschen. Bonn in der Nachkriegszeit, eine spannende Atmosphäre, in welcher Frau nie wusste, ob sie einem falschen Romeo ihr Herz geschenkt hat. Bewährter Lesestoff noll’scher Art und Weise.

Meine Wertung: 8/10

Ingrid Noll / Halali
Verlag: Diogenes, Seiten: 320

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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