Ingrid Noll / Ladylike

by Manuela Hofstätter on 11. Februar 2006

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Lore und Anneliese sind beste Freundinnen seit ihrer Kindheit. Jetzt allerdings sind sie schon 73 Jahre alt, aber sich zum alten Eisen zählen, das kommt dann also nicht in Frage. Die beiden Frauen erfüllen sich einen ersten Wunschtraum, indem sie zusammenziehen, eine Alterswohngemeinschaft, sozusagen. Lores Mann suchte sich, klassisch könnte man fast sagen, eine Jüngere. Annelieses Prachtstück bewies sich im Alter, trotz Krankheit als zäher Brocken, aber dagegen war mehr als ein Kraut gewachsen in Annelieses Garten und so segnete der Gute dann doch bald das Zeitliche. Lore weiss gut was ihrer Freundin zuzutrauen ist, gemeinsam sind sie ein Team, mit welchem man sich besser nicht anlegt. Manchmal fragt sich Lore, ob sie selbst für Anneliese nicht auch eine Kandidatin für den Kräutertee ohne lebenslängliche Garantie sein könnte. Besonders jetzt wo ein Mann die Idylle ihrer WG stört, Ewald, Annelieses erster Freund. Doch Ewald ist ja auch ein toller Mann, das finden eben beide Frauen und er bringt auch jeder in der Richtigen Art und Weise den Schmaus. Ewald hat eine schwer kranke Frau, darum ist seine Zeit noch stark eingeschränkt, doch die Ladys wissen Abhilfe, nachdem sie den Drachen von Ewalds Frau kennen gelernt haben, darf diese bald ins Jenseits wechseln. Doch Ewald glänzt bald wieder mit häufiger Abwesenheit, dies ruft Lores und Annelieses bewährte Freundschaft auf den Plan. Es wird geforscht, was es mit Ewalds Abwesenheiten auf sich hat, es werden richtige und falsche Schlüsse gezogen und die beiden Damen gehen sogar auf Deutschlandreise, für all diese Unternehmungen haben sie eigens ein junges Studentenpärchen engagiert. Zu guter letzt findet sich eine neue durchaus gute Lösung für die WG der grauen Panter. übrigens, Panther sollte man nie unterschätzen…

Fazit
Ingrid Noll, wie man sie liebt, ab- und tiefgründig zugleich ! Ich habe die Geschichte der beiden Ladys geniesserisch gelesen, und dabei, gar nicht Ladylike, den ganzen Haushalt und die angestapelte Wäsche, liegen gelassen. Am Ende angekommen hatte ich dann tatsächlich ungeheure Lust zu Kochen und zu Essen, ein feines Kräutlein am Fleisch und mir ging es einfach gut. Das Alter kann man aus ganz verschiedenen Sichtweisen betrachten, die Version dieser beiden Damen in Nolls Roman gefällt mir ausnehmend gut. Lesen Sie doch selbst.

Meine Wertung: 8/10

Ingrid Noll / Ladylike
Verlag: Diogenes, Seiten: 324

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