Isabelle Minière / Ein ganz normales Paar

by Manuela Hofstätter on 20. Dezember 2006

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Benjamin und Béatrice sind ein verheiratetes Paar mit Töchterchen. Eigentlich alles ganz normal, doch beim Kauf eines neuen Wohnzimmertisches, fällt es Benjamin wie Schuppen von den Augen. Klasse soll der Tisch haben was für Beatrices Geschmack wohl am einfachsten mit Teuer zu beschreiben ist. Benjamin gefällt aber ein anderes Modell, ein furnierter Tisch, welcher innen hohl ist und er trifft also quasi auf einen Seelenverwandten, denn er fühlt sich genau so, total hohl und leer. Es ist klar welcher Tisch gekauft wird, Béatrices! Immer muss alles so sein wie sie es will. Denn sie ist ja wunderbar und bezaubernd schön, seine Eltern können immer noch nicht fassen, dass ein Typ wie er diese klasse Frau bekommen hat. Benjamin ist eigentlich bloss dann noch vorhanden, wenn er mit seiner Tochter Marion zusammen ist, er liebt seine Kleine. Ein ewiges Thema zwischen den Paar ist der Schritt in die Selbstständigkeit, welchen Benjamin nun endlich machen soll oder besser schon längst getan haben sollte. Benjamin ist Apotheker, angestellt, was er auch bleiben will. Er mag seinen Chef, den Béatrice nur das fette Schwein nennt. Bei einem Essen mit seinem Chef, kritisiert ihn dieser nun auch noch, eigentlich zum ersten Male, er müsse lernen nein zu sagen, denn er sei zu gutmütig. Als Benjamin nun auch noch auf einen Buchtipp hört und Plutarch liest, beginnt er sein Leben endlich in die Hand zu nehmen. Anfangs noch zaghaft, bietet er seiner Frau noch Möglichkeiten, doch diese ist zu festgefahren in ihrer Rolle, Béatrice hat sich nicht einen Mann zum heiraten gesucht, sondern Knetmasse. Aber Benjamin hat keine Lust mehr auf Machtspiele und findet nun auf privater, statt beruflicher Ebene den Schritt in die Selbstständigkeit.

Fazit
Isabelle Minière führt uns vor Augen, was aus der Frau auch geworden sein kann, und es ist schrecklich und gefällt uns gar nicht. Aufgeschreckt und verwirrt, überprüfen wir, ob wir wohl viele Ähnlichkeiten mit der weiblichen Hauptfigur Béatrice bei uns selbst entdecken. Wenn wir in einer Beziehung sind, wird sich unser Partner fragen, wieso wir nach der Lektüre dieses Romanes so lieb und nett sind oder gar verändert. “Mann” kann sich dann für diese positive Stimmung bei einer Frau bedanken und ich tue dies auch. Ein absolut gelungener Roman, sanft und doch komisch! Ein Muss für alle Geschlechter und eine mutige Stimme für die wahre Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Hei, starke Männer, lest dieses Buch. Habt ihr noch keine Frau? Lest dieses Buch gut und achtet darauf keine “Solche” zu erobern.

Meine Wertung: 8/10

Isabelle Minière / Ein ganz normales Paar
Verlag: Diogenes, Seiten: 204

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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