Jan Böttcher / Das Lied vom Tun und Lassen

by Manuela Hofstätter on 23. Dezember 2011

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Eigentlich steht der Sommer vor der Türe, aber die Klasse wirkt fast wie im Winterschlaf. Befangen, lustlos, müde? Nein, es ist der Schock der über einem Schulhaus hängt wie zäher Nebel, denn eine Schülerin hat sich vom Dach des Gebäudes in den Tod gestürzt. Besonders dem alten Lehrer Mauss geht der tragische Vorfall sehr nahe, er ist anders als die Kollegen. Er will die Jungen verstehen, er versucht sich hineinzuversetzen in seine Schüler. Sein Fach, die Musik, das hilft ihm oft Türen zu öffnen. Jetzt arbeitet er an einem völlig gewagten Projekt und hofft ganz besonders dadurch die Schülerin Clarissa Winterhof aus ihrer Trauer reissen zu können. Clarissas Gefühlswelt ist teilweise einsehbar, sie betreibt ein Blog, sie spricht mit der Verstorbenen und ist tatsächlich recht neben der Spur. Aber vielleicht war Clarissa schon immer so? Der Schulgutachter Engler jedenfalls scheitert kläglich, denn er beginnt eine Affäre mit Clarissa. So nimmt das Schulprojekt von Lehrer Mauss seinen Lauf und so manches gerät aus den geordneten Bahnen, anderes aber renkt sich ein. Das Leben geht weiter, mal in Moll und mal in Dur und in allen Zwischentönen.

Fazit: Lust auf einen Song aus dem Leben?
Dieser Roman, der lässt sich einerseits nicht einfach so schnell mal weglesen, er erfordert ein gewisses Einfühlungsvermögen, andererseits bleibt er dann haften wie ein guter Song. Der Titel hat mich völlig betört, genauso das Cover des Buches. Über die Geschichte darf man nicht viel mehr verraten, hört und lest selber hinein…

Meine Wertung: 7/10

Jan Böttcher / Das Lied vom Tun und Lassen
Verlag: Rowohlt, Seiten: 316

Interview mit und Lesungstermine von Jan Böttcher auf www.interview-lounge.com

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 2 comments… read them below or add one }

1 Steffi Januar 7, 2012 um 21:36 Uhr

Ich muss sagen, ich hangel mich jetzt schon seit geraumer Zeit ziemlich mühsam durch das Buch, so richtig will der Funke nicht überspringen. Mal sehen, vielleicht wirds noch. Vlg Steffi

2 Manuela Hofstätter Januar 9, 2012 um 21:53 Uhr

liebe Steffi, ich hoffe sehr, dass du das Buch noch mochtest, ich finde alleine den Titel schon so kunstvoll im Zusammenhang der Geschichte. Zugegeben es ist nicht die leichteste Lektüre.

CH- Grüsse

Manu

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