Jeremiah Pearson / Die Täuferin

by Manuela Hofstätter on 9. November 2015

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Böhmen 1517, Kristina ist noch ein Kind, sie muss mit ansehen, wie ihre Eltern verbrannt werden und als Ketzer verpönt in den Flammen sterben. Aber ein paar Jahre später wählt die inzwischen siebzehnjährige Kristina denselben Weg, sie hat Lesen und Buchdrucken erlernt und ist als überzeugte Täuferin mit einer kleinen Gruppe unterwegs Richtung Mainz, sie hat ihren Anführer, den ehemaligen Priester Berthold geheiratet, doch ihr Mann ist um viele Jahre älter als Kristina. Die Menschen sollen lesen lernen, jeder soll die Freiheit von Gottes Worten selber erfahren können, die katholische Kirche hat keine Freude an dieser Begegnung und bald wird Luther noch viel mehr für Aufruhr sorgen. Auf ihrem Weg gelangt Kristina mit ihren Leuten mitten in den Krieg der Bauern gegen die Türken, ein Krieg um die Wegerechte, ein Krieg, der viel an Geld und Leben kostet. Die Täufer helfen Verletzte zu pflegen und so trifft Kristina auf Lud, den Villani (Leibeigenen) des Ritters Dietrich. Sie reisen im Tross mit und Kristina kümmert sich um den türkischen Edelmann, er wird als Gefangener mitgeführt und soll dann Lösegeld einbringen. Der Edelmann ist ein kultivierter Mensch, der lesen kann und viel Wissen hat, er ist betört von Kristina, macht dieser ein Abschiedsgeschenk, welches sie erst später zu schätzen lernt. Lud der Kämpfer mit dem pockennarbigen Gesicht, auch er, hat seine Geschichte, Frau und Kind hat ihm die grauenvolle Krankheit entrissen und er geht nun als Entstellter durchs Leben, er liebt seinen Ritter und ebenso die Jungen, die er anführt, Kinder noch sind sie gar und er möchte sie einfach heil heimbringen können zu ihren Müttern. Aber Lud hat als Leibeigener einen Fehler, er denkt zu viel und trägt seinen Verstand auch mal auf der Zunge, das bringt ihm oft richtigen Ärger ein, aber dieses Weib, diese Kristina, die hat ihn auch beeindruckt und er hofft ehrlich, dass sie nicht im Feuer enden wird. Fast scheint es so, als ob sich die Dinge zum Guten entwickeln würden, doch dann bricht grosses Leid über Lud herein, aber auch Kristina nimmt daran teil.

Jeremiah Pearson / Die Täuferin

Fazit: Die Zeit der Täufer, als viele Menschen lesen lernten!
Dieser erste Band einer historischen Trilogie ist herrlich geschrieben, wir werden hineingezogen in diese grandiose Zeit kurz vor der Reformation, als das Lesen lernen, das Wissen sich einen Weg bahnte und Buchdruckereien aus dem Boden schossen. Wir können dieses Buch nicht aus der Hand legen, es ist ungemein spannend, eine wahre Freude und dazu ein historisches Denkmal an eine richtig grandiose Zeit in der Geschichtsschreibung!

Meine Wertung: 8/10

Jeremiah Pearson / Die Täuferin – Der Bund der Freiheit
Verlag: Bastei Lübbe, Seiten: 608

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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