Jessica Durlacher / Emoticon

by Manuela Hofstätter on 3. Januar 2006

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Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, pflegen doch intensiv ihre Freundschaft, Lola und Ester haben sich als junge Mädchen in Israel kennen gelernt. Lola kam damals erst viel später zurück in die Heimat nach Holland, inzwischen hatte die scheue Ester eine Abreibung hinter sich, als Lola ihr erklärt sie sei ebenfalls schwanger, aber bereits im 5. Monat, steht Ester ihr treu zur Seite. So ist sie auch bei der Geburt zugegen und liebt dieses Baby, Daniel, genau so sehr wie ein eigenes Kind. Inzwischen ist viel Zeit vergangen, Daniel ist inzwischen schon fast ein Mann geworden, seine jüdischen Wurzeln hebt er immer bewusster hervor, sein Ziel ist es nach Israel zu reisen um dort zu helfen und zwar als Handlanger der Armee. Ester eben aus Israel zurück und um Haaresbreite einem Anschlag entkommen, versteht Lola nicht, wie kann sie nur zulassen, dass ihr Sohn in dieses gefährliche Gebiet geht, aber zu diesem Thema sind sich die beiden Frauen ohnehin gar nicht einig. Ester versteht eben auch die Palästinenser. Schliesslich reist Ester auch nach Israel, sie ist die Obhut Daniels und zudem will sie den Mann wieder treffen, dessentwegen sie noch lebt. Daniel ist mit riesigem Eifer bei der Sache, es geht ja auch um „sein“ Land. Wie gerne würde Ester ihm die Augen öffnen für beide Seiten der Geschichte, als sie in einem Hotel auf eine selbstbewusste Palästinensern, Aischa trifft, welche als Journalistin unterwegs ist, gibt sie dieser spontan Daniels Homepage an. Aischa ist radikale Aktivistin aus Ramallah, Daniel kommt ihr gerade recht. Leben und Tod stehen nahe beisammen, die Vergangenheit holt die beiden Frauen ein und Lola nach Jahren auch wider nach Israel zurück. Dort treffen sie Daniels Vater, Arik, die grosse Liebe in Esters Leben und nun ein Vater der seinen Sohn nie kennen lernen konnte.

Fazit
Dramatische Geschichte einer Freundschaft, die nie ohne Betrug und doch immer wieder innig miteinander auskommt. Die Geschichte zweier Völker Israels und Palästinas, die leider oft nur die Sprache des Hasses finden. Eindrücklicher Roman, bei dem man am liebsten weint, weil er eine so klare Realität zeigt, die man lieber nicht wahr haben möchte. Aber es ist auch ein Buch, dass anregt zum eigenen Denken, dies ist wohl das wertvollste überhaupt !

Meine Wertung: 7/10

Jessica Durlacher / Emoticon
Verlag: Diogenes, Seiten: 473

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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