Jodi Picoult / 19 Minuten

by Manuela Hofstätter on 25. März 2008

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Peter Houghton, den Namen dieses 17-jährigen Jungen wird im beschaulichen Sterling keiner so schnell vergessen können. Peter Houghton hat in 19 Minuten in seiner Schule ein schreckliches, verstörendes Blutbad angerichtet, er soll sich verantworten für den Tod von neun Mitschülern, einem Lehrer und zahlreichen Verletzten und traumatisierten Schülern.  Die Polizei hat eine schier unmögliche Aufgabe vor sich, was ist genau passiert in diesen 19 Minuten, wer ist Peter Houghton? Eine seiner Klassenkameradinnen Josie Cormier, die Tochter der Richterin wäre eine wichtige Zeugin, doch sie kann sich an gar nichts mehr erinnern. Josie wurde verschont, ist das ein Zufall, wie stand sie zu Peter? Peter war ein normaler kleiner Junge, seine Mutter, eine Hebamme liebt ihn abgöttisch, sein Vater sucht den Kontakt zu seinem zweiten Sohn auf verschiedenste Arten. Ja, gewiss, Peter ist schon anders als sein älterer Bruder, dieser Bruder ist eben auch nahezu ein Wunderkind, stark, intelligent, selbstbewusst, er entspricht dem puren Gegenteil und leidet darunter. Aber Peter hatte eine tolle Freundschaft in seinen Kindertagen, diese hat ihm geholfen, die täglichen Schikanen und Brutalitäten anderer Schüler zu überstehen. Aber die Freundschaft ist mit den Jahren dann abgebrochen und Peter findet nur mühsam wieder zu einem einzigen Mitschüler eine vage Verbindung. Jetzt sitzt Peter im Gefängnis und ganz Sterling fragt sich, wie es bloss so weit kommen konnte.

Fazit
Kritisch bin ich an dieses Buch heran gegangen, heikles Thema, dachte ich mir, rutscht hoffentlich nicht in Klischees und allgemeine Meinungen und Verurteilungen ab. Ganz und gar nicht, ich bin begeistert und erschüttert, tief berührt. Picoult zeigt uns das Leben des kleinen Peters bis hin zum jungen Mann auf, es ist ein durchschnittliches Leben, einerseits, aber es ist auch ein Leben mit zu vielen kleinen, schlimmen Einschnitten. Wir dürfen auch noch in andere Leben hinein schauen und darüber nachdenken. Was genau dann passierte ist anders als wir meinten und man bleibt betroffen zurück. Zivilcourage, diese Wort ist mir beim Lesen immer wieder in den Sinn gekommen, es wird nie genannt, aber ich denke, wenn wir Menschen wieder mehr handeln würden, wenn wir Dinge sehen, die uns nicht Gefallen, dann wäre vieles Besser. Diesen Roman sähe ich als Klassenlektüre an Oberschulen.

Meine Wertung: 8/10

Jodi Picoult / 19 Minuten
Verlag: Piper, Seiten: 476

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