Jörg Isermeyer / Alles andere als normal

by Manuela Hofstätter on 28. November 2014

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Lukas findet sich ehrlich betrachtet recht normal und somit langweilig für einen zwölfjährigen Jungen. Er geht ruhig durch den Alltag, bis zu dem Tag, an welchem ein Mädchen in seiner Strasse bei einem Nachbarhaus in ein Fenster linst. Er wagt es, dieses Mädchen anzusprechen. Das durchgeknallte Wesen heisst Jule und liebt es Leuten, völlig Fremden, hinterher zu spionieren. Jule ist wirklich eine Marke für sich, gleich nach dieser ersten Begegnung lässt sie Lukas in eine peinliche Falle tappen. Lukas hat fast ein wenig Angst vor der frechen Jule, als sie lachend seine Mutter um den Finger wickelt und sich frech gleich zu ihm nach Hause eingeladen hat, da kriegt er eine regelrechte Wut auf sie. Aber sie ist eben auch faszinierend, so ganz herrlich das totale Gegenteil von Langeweile und Lukas findet Gefallen an den Ausspionier-Touren, welche sie nun gemeinsam unternehmen. Er ist auch neugierig geworden auf Jules Leben, offenbar lebt sie zusammen mit ihrem Bruder und der Mutter alleine, und weil die Mutter so viel arbeiten muss, lotet Jule ihre Freiheit voll aus, sie schwänzt auch oft die Schule. Doch plötzlich wird aus dem Spiel der beiden Jugendlichen ernst, sie stellen fest, dass sie ganz dreisten Fahrraddieben auf die Spur gekommen sind und nun ist es klar, sie müssen handeln. Aber plötzlich ist Jule noch komischer als sie es ohnehin schon ist und will nun doch nicht zur Polizei gehen, um die Diebe zu melden. Für Lukas ist das aber ein klarer Fall, es ist ihm wichtig, richtig zu handeln, er wird eben alleine hingehen zur Polizei, um den Dieben einen Strich durch die Rechnung zu machen. Doch da steht plötzlich eine ganz andere Jule vor ihm, eine die Angst hat, weint und verzweifelt ist und eine, die plötzlich ein Stück Wahrheit aus ihrem Leben mit ihm teilt. Nun heisst es eine Lösung zu finden, Lukas ist beeindruckt von Jule, er mag sie und er will ihre Freundschaft nicht verlieren, es wird gar gefährlich für ihn, aber auch er ist ein Anderer geworden, er handelt.

Jörg Isermeyer / Alles andere als normal

Fazit: Lukas und Jule, eine echt starke Freundschaft!
Ein Mädchen und ein Junge aus völlig verschiedenen Welten, aber sie haben eine Freundschaft aufgebaut die trägt, wenn es ganz dicke kommt. Das geordnete Leben von Lukas und Jules schwierige Verhältnisse, das ist die Ausgangslage dieses berührenden, spannenden und realistischen Jugendbuches. Diese Geschichte hat mich überzeugt, sie hat einen witzigen Grundton, kess und erfrischend, dann aber geht sie auch unter die Haut und zeigt auf, wie junge Erwachsene einander helfen können und füreinander Freunde sind. Ein Buch, das man richtig gerne an die Jugendlichen bringen mag.

Meine Wertung: 8/10

Jörg Isermeyer / Alles andere als normal
Verlag: Beltz & Gelberg, Seiten: 207

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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