John Ironmonger / Der Wal und das Ende der Welt

by Manuela Hofstätter on 28. Juni 2019

Post image for John Ironmonger / Der Wal und das Ende der Welt

Joe ist in beratender Funktion bei einer Londoner Bank angestellt, er ist ein hervorragender Analytiker und hat nun sogar ein einzigartiges Programm entwickelt, welches verlässliche Daten über die Entwicklungen auf der ganzen Welt ankündigt, das Programm ist in der Testzeit sehr verlässlich und so beginnen die Risikobanker damit zu arbeiten. Doch dann stimmt eine Annahme nicht und Joe ist sich sicher, wessen Kopf rollen wird. Am Strand von St. Piran, einem Fischerdorf bei Cornwall, leben nur 300 Menschen, man kennt sich, der alte Fischer blickt über das Meer, der Strandgutsammler ist unterwegs, die Krankenschwester macht ihren Morgenspaziergang, ein Paar, das am Anfang seiner Liebe steht, flaniert am Strand. Doch dann erleben nicht nur der Fischer, sondern gleich ein paar Menschen am Strand ein Spektakel. Ein riesiger Wal schwimmt sehr nahe heran, als ob er etwas an den Strand bringen wolle, und tatsächlich spült es kurz darauf einen nackten Mann auf den Sand. Die Anwesenden reagieren schnell, man bringt den Mann zum Doktor, auch wenn dieser eigentlich im Ruhestand ist, er weiss natürlich genau, was zu tun ist und nimmt den Patienten, der aus dem Meer gekommen ist, gleich bei sich auf. Später erzählt Joe dem Doktor von sich und beteuert ihm, dass er nicht aus dem Leben gehen wollte. John wird von der Bevölkerung herzlich aufgenommen. Der Wal strandet später vor St. Piran und Joe mobilisiert alle und gemeinsam schaffen sie es, den Wal zurück ins Meer zu bekommen. Joe wachsen die Menschen im Dorf ans Herz, manche gar zu sehr, wie etwa die junge Frau des Dorfpfarrers. Doch Joe vertraut seinen Analysen noch immer und er sieht eine grosse Gefahr auf die Menschheit zukommen, die Grippeepidemie wird gefährlich sein, tödlich. John investiert sein ganzes Vermögen in eine verrückte Idee, das Dorf lässt ihn gewähren, werden Joes Befürchtungen zutreffen? Seinem Wal jedenfalls, wie Joe ihn für sich nennt, dem wird er noch ein drittes Mal begegnen …

Fazit: Von grossen und kleinen Säugetieren und von den wirklich wichtigen Dingen im Leben.
Eine Geschichte, so real und klar einerseits und doch so märchenhaft, erzählt uns John Ironmonger gekonnt und faszinierend. Ein Mann auf der Flucht, eine moderne Interpretation von Jonas und dem Walfisch geht uns durch den Kopf und wir lassen uns vom Protagonisten Joe fesseln. Doch auch die Menschen im kleinen Fischerdorf wachsen uns an Herz und wir geniessen ihre Gesellschaft und bangen mit ihnen, wenn die Welt bedrohlich wird. Dieser Roman konfrontiert uns mit Urängsten und zeigt uns zugleich auf, dass Gemeinschaft und Menschlichkeit funktionieren, das ist das einzig Wichtige im Leben. Familie und Freunde, andere Menschen und die Natur sollten uns immer am dringlichsten am Herzen liegen, so kann man vieles schaffen, einiges retten, wer weiss, vielleicht sogar unsere Welt!

Meine Wertung: 7/10

John Ironmonger / Der Wal und das Ende der Welt
Aus dem Englischen übersetzt von Tobias Schnettler und Maria Poets
Verlag: S. Fischer, Seiten: 480

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment