John O’Farrell / Der Mann, der seine Frau vergass

by Manuela Hofstätter on 17. Juli 2013

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Er ist unterwegs und merkt plötzlich, dass er nicht mehr weiss, an welcher Haltestelle er aussteigen soll und mit wachsender Panik stellt er fest, dass er noch eine ganze Menge anderer Dinge nicht mehr weiss. Keiner will ihm helfen. Nur der Strassenkehrer ist anständig zu ihm und sagt ihm auch, wo das nächste Krankenhaus ist. Im Krankenhaus ist er der grosse Unbekannte, ein neurologisch spannender Fall, weiss er doch so vieles aus der Vergangenheit und dem Weltgeschehen, aber einfach rein gar nichts über sich selbst. Plötzlich taucht Gary auf und hat ihn gefunden, offenbar sein bester Freund. Vaughan, das sei sein Name, und langsam wird ihm sein Leben erzählt. Aber so, wie er sich dies im Spital noch ausgemalt hat, so präsentiert es sich nicht, Vaughan ist auch Vater zweier Kinder und die Scheidung mit seiner Frau steht kurz vor dem Abschluss. Als Gary mit Vaughan an dessen altem Heim vorbeifährt und hofft, so seinem Freund zu Erinnerungsstücken zu verhelfen, führt dies nur dazu, dass sich Vaughan in seine Ehefrau verguckt. Der Moment, in welchem die Noch-Ehefrau erfährt, dass ihr Mann tatsächlich das Gedächtnis verloren hat, der ist in der Tat speziell, aber sie beharrt auf der Scheidung, auch wenn Vaughan noch so beteuert, er könne nicht etwas fallen lassen, an das er sich nicht einmal erinnere. Die eigenen Kinder kennenzulernen, das ist auch eine grandiose Sache. Besonders witzig auch, wenn diese dann ihrem Vater im Kinderschwimmbecken das Schwimmen beibringen wollen. Stück für Stück rieseln aber auch die Erinnerungen wieder durch und so viele sind nicht schmeichelhaft für einen Ehemann und Vater. Vaughan ist fest entschlossen zu kämpfen für sein altes Leben und seine Familie. Einige weitere Turbulenzen erwarten das Paar noch, wie dass bloss ausgehen wird?

Fazit: Er ging nicht Zigaretten holen, er verlor seine Gedächtnis. Und das war das Beste überhaupt!
Eine heitere Story, aber auch eine mit Tiefgang und Kenntnis darüber, was es bedeutet, ein Ehepaar zu sein, nach ein paar Jahren mit den ersten Rissen zurechtkommen zu müssen und einen Weg zu finden. Auf jeden Fall hat die Idee, dass ein Partner einen Gedächtnisverlust erleidet, in der Tat sehr reizvolle Aspekte! Eine herrliche Sommerlektüre!

Meine Wertung: 7/10

John O’Farrell / Der Mann, der seine Frau vergass
Verlag: Manhattan, Seiten: 383

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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