Jojo Moyes / Ein ganzes halbes Jahr

by Manuela Hofstätter on 12. Oktober 2013

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Louisa Clark lebt zusammen mit ihren Eltern, ihrer Schwester und deren Kind in einfachen Verhältnissen unter einem Dach. Als Louisa ihre Arbeitsstelle im Café verliert, bringt das alle in eine unangenehme Situation. Louisas Freund hat sich in den letzten Jahren in einen Fitnessfreak verwandelt und sich als Trainer selbstständig gemacht, er sähe das auch für seine Freundin, doch Louisa hat für solche Dinge eigentlich nicht das geringste Interesse. Über die Arbeitsvermittlung findet Louisa dann plötzlich einen gut bezahlten Job. Im Haus der gut situierten Familie Traynor soll sie fürs Wohl des Tetraplegikers Will sorgen. Will Traynor ist lediglich ein paar Jahre älter als Louisa und sie soll sich eigentlich lediglich um sein seelisches Wohlergehen kümmern, für die Pflege ist ein Fachmann angestellt. Will stellt sich als Ekel heraus, bereits am ersten Tag bringt er Louisa zum Weinen. Louisa ist ein unbekümmerter Mensch, mit ihren ausgefallenen, meist kunterbunten Kleidern gibt sie ihr Lebensgefühl wieder, doch nun glaubt sie, dass Will sie regelrecht hasst. Er will nicht mit ihr sprechen, guckt sie nicht einmal an, und wenn er etwas zu ihr sagt, dann ist es etwas Grobes. Doch Louisa beisst sich mit Putzanfällen durch die Tage und gibt Will auf freche Art Antwort, wenn er so unmöglich ist. Sie befürchtet schon ihre Kündigung, doch da verändert sich plötzlich alles. Louisa möchte Will wieder Lebensfreude einhauchen und Will spricht nun auch mit Louisa, ja er blüht tatsächlich plötzlich auf. Aber Unternehmungen für Tetraplegiker sind nicht so leicht zu verwirklichen, Louisa muss auch Niederlagen einstecken und lernt nach und nach, wie Will sich fühlt und dass er einfach gerne selber bestimmen möchte, was er mag und was nicht. Will mag Louisa und Louisas Gefühle für Will sind plötzlich stärker als alles andere. Doch Will entscheidet über sein Leben und diejenigen, die ihn lieben, müssen das akzeptieren.

Jojo Mojes - Ein ganzes halbes Jahr

Fazit: Über den Wert eines Menschenlebens und über die Achtung gegenüber dem Menschen.
Darf ein Mensch über sein Leben verfügen? Welch eine heikle Frage. Welches Leben ist lebenswert, welches unerträglich? Um diese Fragen dreht sich der Roman auf präzise und subtile Weise. Die Geschichte von Will und Louisa ist eine Liebesgeschichte, allerdings eine, die unter die Haut geht wie kaum eine andere. Ein zutiefst berührender Roman, einer, der mich richtig zum Weinen und zum Staunen gebracht hat. Die Liebe kann grossartiges vollbringen, und wenn sie Achtung vor ihrem Gegenüber hat, kann sie gar über sich hinauswachsen.

Meine Wertung: 9/10

Jojo Moyes / Ein ganzes halbes Jahr
Verlag: Rowohlt, Seiten: 520

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 6 comments… read them below or add one }

1 Anonymous Oktober 18, 2013 um 14:46

Da stimm ich nur zu! Bei den letzten Seiten, als sie in Paris ist, konnte ich nicht mehr weiterlesen, so traurig.
Ein wunderbares Buch trotz unschönem Cover.

2 Simone Dezember 10, 2013 um 14:43

Ich war so froh, dass ich diese Geschichte vom Hörbuch hören konnte. An mehreren Stellen hätte ich sonst nicht weiter lesen können – mit verschwommenen Augen.
Dieses Buch geht mir sehr nach.

3 Annalisa August 12, 2015 um 13:41

Das schönste Buch das ich in letzte Zeit gelesen haben.

4 Sophie Juni 5, 2016 um 17:03

Dieses Buch hat mich auf einer sonderbaren Weise berührt, die ich nur von Menschen kannte. Mit jeder Seite, die ich gelesen habe, umso trauriger wurde ich, weil ich wusste dass dieses Buch bzw. die ganze Geschichte bald zu ende sein wird. Ich fand es sehr schön mitzuerleben, wie Lou und Will sich verändert haben und wie sehr sie sich in Wirklichkeit mochten ohne es zuzugeben zu wollen. Im Epilog ging es mit mir durch, ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu weinen, es fühlte sich an als hätte mein Partner mit mir Schluss gemacht, so schlimm war dieses Gefühl. Ich denke, das Buch ist es auf jeden Fall wert noch einmal gelesen zu werden.

5 Maria April 2, 2017 um 13:27

Ich bin Ihnen für ihres Buch sehr dankbar. Ich denke, dieses Buch ein Meisterwerk. Es ist sehr gut geschrieben.Ich weinte während der Hälfte des Buches.

6 Karin Diemerling Juli 6, 2017 um 10:30

Toll, was Sie da machen, Frau Hofstätter!
Es wäre schön, wenn Sie auch die Übersetzerinnen und Übersetzer der von Ihnen besprochenen Bücher in der Bibliographie nennen würden. Der deutsche Text – bei Übersetzungen – stammt ja nun mal von ihnen.

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