Jürgen Bauer / Was wir fürchten

by Manuela Hofstätter on 28. Juni 2015

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Georg wächst auf mit einer verzweifelten Mutter, welche nicht weiss, wie sie mit ihrem psychisch kranken Mann umgehen soll. Oft wird der kleine Junge Georg losgeschickt, um den Vater heimzuholen. Manchmal sitzt der Vater bloss bei Nachbarn, textet diese zu, doch dann kommt der Tag, an welchem Georg seinen Vater abends aus einem selbst getrampelten Kornkreis heimholen soll. Normalerweise weiss Georg, er kann seinen Vater zurückholen, er ist stolz kann er das, doch an diesem Abend kann Georg seinen Vater nicht erreichen, im Gegenteil, er reagiert aggressiv und Georg flüchtet. Die Mutter macht diesen Abend endgültig grauenvoll, denn sie sagt das Falsche zu ihrem Kind und dieses vergisst die Worte der Mutter niemals wieder. Georgs Leben ist geprägt von Angst und Panikattacken, eine Kindheit, die schon gar keine ist und er versucht so sehr, später ein normales Leben führen zu können. Es gibt zwei wichtige Menschen in Georgs Leben, Simon und die Frau, welche er geheiratet hat, ihnen kann er fast Vertrauen schenken. Die Ehe scheint ihm gut zu bekommen, kennengelernt hat er seine Frau in einem Angstseminar, sie kann ihn also richtig gut verstehen. Fast kehrt so etwas wie Alltag in ihr Leben ein, doch dann lässt ein Vorfall auf dem Naschmarkt Georg wieder voll und ganz in die alten Muster zurückfallen. Er versucht vor seiner Frau alles zu verstecken, doch dann merkt er, dass sie vielleicht doch nicht ganz das ist, was sie ihm vormachen will. Und Simon, kann er Simon vertrauen? Georg driftet völlig ab und dann ist da sein Therapeut, sein Retter, oder, das ist er doch? Nichts ist, wie es sein soll, was ist das nur in Georgs Kopf? Was ist die Realität?

Jürgen Bauer / Was wir fürchten

Fazit: Wahrlich beängstigend, dieses Buch!
Georgs Leben ist ein Leben eines verfolgten Paranoikers, aber was, wenn dieser in manchen Dingen eben nicht wahnhaft unrecht hat? Was ist Wahrheit, was ist verzerrtes Leben, welches nur in Georgs Kopf existiert? Der Autor Jürgen Bauer hat geschafft, was noch kein Buch zuvor mit mir gemacht hat, es hat mich wahrlich verängstigt, so gekonnt ist dieser Zustand Georgs beschrieben. Das ist ein Roman, welchen man gerne ein zweites Mal liest oder gar lesen muss und am besten mit klarem Kopf, aber was ist das schon, ein klarer Kopf? Und gibt es die Wahrheit?

Meine Wertung: 7/10

Jürgen Bauer / Was wir fürchten
Verlag: Septime, Seiten: 259

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Jürgen Bauer Juni 29, 2015 um 10:07 Uhr

Vielen Dank für die tolle Rezension zu meinem Buch, hat mich sehr gefreut! Schön, dass dir die Lektüre gefallen hat und ich dich etwas beunruhigen konnte! :-)
Liebe Grüße aus Wien, Jürgen Bauer

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