Jürg Seiberth / Kollers Handschuh

by Manuela Hofstätter on 2. Mai 2012

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Der Fasnachtsdonnerstag bringt für einen der drei “Laubfrösche” den Tod, Fischer kippt im Froschkostüm blutend in den Rhein, er wurde erschossen. Dieser Mord bringt zwei Theorien rasch in die Ermittlungen ein, der Täter ist einer der zwei anderen “Laubfrösche” oder die beiden lebenden “Frösche” befinden sich in grosser Gefahr. Während der Untersuchungsbeamte August Thüring nur langsam voranschreitet mit den Ermittlungen, agieren viele andere Figuren auf eigenen Faust. Arthur Koller, eben ein noch lebender “Frosch”, gilt schnell als Verdächtiger, es ranken sich Gerüchte um seinen Werdegang und sein Ruf als Geschäftsmann ist durchaus speziell. Seine Mutter jedoch, eine Professorenwitwe, weiss dass ihr Sohn vieles ist, vieles sein musste und sicherlich kein Mörder sein kann. So gelangt ihre Sorge um den Sohn auch bis zur Familie Richli, denn Oma Richli ist ebenfalls Professorenwitwe und man kennt sich aus wohltätigen Kreisen. Oma Richli kann ein kümmerndes Mutterherz gut verstehen, doch hat sie zum Glück eine Tochter die Psychiaterin ist, so wie einen gesunden starken Sohn mit einer wunderbaren Frau. Auch ihre Enkel vergöttert Oma Richli, Kevin und Florian, so unterschiedlich sie auch sind, der eine natur- und menschenverbunden, der andere vernarrt in die Technik, Maschinen und das Internet. Im Schlosswald leben die Richlis ein herrliches Leben in Verbundenheit mit der Natur, einem gewissen Wohlstand und guten Freundschaften. Richlis sind unterstützend involviert ins Geschehen. Da erhärtet sich der Verdacht, weg von Koller zu Wolfgang Pfaff hin, der Dritte im Bunde der “Frösche” und die Situation gerät dramatisch ausser Kontrolle, man befürchtet, dass die Exfrau Margrit Pfaff sich in unmittelbarer Lebensgefahr befindet. Was weiss die Buchhändlerin Pfaff und kann man sie retten? Fasst man endlich einen Täter?

Fazit: Man soll keine Frauen töten und Buchhändlerinnen sowieso nicht!
Dieser Kriminalroman liest sich nicht ganz so einfach, aber er gehört mit Sicherheit zum skurrilsten Lesestoff, der mir bis anhin begegnet ist und hat eine seltsame Faszination auf mich ausgeübt. Wer sich also einmal an einen ganz aussergewöhnlichen Krimi wagen mag und wachsames Lesen geniesst, der dürfte auf eine Rarität stossen mit “Kollers Handschuh”. Ein Bisschen hat mich dieser Stoff an die Krimis von Heinrich Steinfest erinnert, welche eben auch so göttlich schräg sind! Also, wer nichts wagt… PS.: Der Mörder ist nicht immer der Gärtner… Ach, und hoch anrechnen will ich dem Autor und Mörder das hier: “Man soll keine Frauen töten und Buchhändlerinnen sowieso nicht!”

Meine Wertung: 6/10

Jürg Seiberth / Kollers Handschuh
Verlag: Vidal, Seiten: 239

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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