Kai Meyer / Das Gelübde

by Manuela Hofstätter on 17. November 2006

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Eine Unmenge von Laub liegt am Boden, als Brentano in Dülmen ankommt, es ist Herbst im Jahre 1818. Brentano reiste in diese Einöde, um Anna Katharina Emmerick einen Besuch abzustatten und er ist sich ziemlich sicher, er der Atheist, einen Schwindel aufdecken zu können. Anna liegt schwach in ihrem Bett, doch ihre strahlend blauen Augen sind voller Güte und Leben, sie fasziniert Brentano. Anna ist seit Jahren stigmatisiert sie hat Visionen und gilt als ein Wunder. Brentano beginnt innig zu Träumen, schliesslich stellt sich heraus, dass er und Anna dieselben Träume teilen, es sind sündige Träume um die Maria, die Mutter Gottes. Brentano schenkt Anna Glauben, er bewacht sie sogar einmal des Nachts um einen Täter zu ertappen. Anna will auf den Kirchturm steigen und die Glocken läuten, so will sie Vergebung erlangen in ihrem Dilemma. Eigentlich ein unmögliches Unterfangen, doch mit Brentanos Unterstützung gelingt das Vorhaben. Kurze Zeit später stirbt Anna.

Fazit
Meyers Roman hat mich erst etwas befremdet, die Visionen arten in einer eigentümlichen Erotik aus. Aber die Tatsache, dass der Dichter Brentano fünf Jahre lang alles Aufzeichnete, was ihm Anna erzählte, hat mich dann doch fasziniert, es ist ein schmaler Grat zwischen Glaube und Zweifel. Meyer erzählt uns eine menschliche Variation dieser eigenartigen Begegnung zweier Menschen, eine Version, der ich gut Glauben schenken mag.

Meine Wertung: 6/10

Kai Meyer / Das Gelübde
Verlag: Bastei Lübbe, Seiten: 206

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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