Karin Fossum / Der Mord an Harriet Krohn

by Manuela Hofstätter on 26. Juni 2006

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Torp ist kein schlechter Mensch, vielleicht bloss ein bisschen ein schwacher, darum erlag er der Spielsucht. Als dann seine Frau starb, rutschte er vollends ab, dabei wäre da noch Julie, seine Tochter, ach was liebt er sein Mädchen, doch sie will nichts mehr mit ihrem Vater zu tun haben. Zu alle dem wird Torp jetzt bedroht, die Spielschulden haben ein derartiges Ausmass angenommen, dass er seines Lebens nicht mehr sicher ist. Er ist verzweifelt, er fasst nach langer Vorbereitungsarbeit einen Entschluss, er geht zum Äussersten, für sich und seine Tochter. Torp will ein normales Leben haben, will seiner Tochter Julie ein guter Vater sein. Es ist eine nasskalte Nacht, Torp hat einen grossen Blumenstrauss binden lassen und steht nun bei der Alten Harriet Krohn vor der Tür. Tatsächlich kommt er ins Haus hinein, diese Harriet, hat doch nichts mehr vom Leben, aber er, er will noch so vieles… Als Torp den alten Revolver herausholt, geht Harriet wütend auf ihn los. Dabei ist das Ding nicht einmal geladen, schliesslich ist Torp kein Mörder, aber er muss sie zum Schweigen bringen, also schlägt er auf die Alte ein, bis sie sich nicht mehr rührt. Torp kann viel Geld und Silber mitnehmen, als er seine Spielschulden bezahlen kann, ist dass als ob ein neues Leben anfangen würde. Schliesslich kommt er auch Julie wieder nah, denn er kauft ihr ein Pferd, dass ist ihre Leidenschaft, das Reiten. Vater und Tochter, das ist alles was Torp will. Doch es nagt auch das Gewissen an ihm, ständig fühlt er sich gehetzt und der Mord lastet ihm schwer auf dem Herzen. In letzter Zeit hat Torp Sehstörungen, manchmal knicken ihm einfach die Beine weg und er landet am Boden. Nein, jetzt doch nicht, er wird doch nicht jetzt etwa krank sein, er war nie krank, das beladene Gewissen reicht doch schon, oder ist dies eine gerechte Strafe? Torp erfährt dass er MS hat und plötzlich ist da auch dieser Kriminalkommissar er darf jetzt keinen Fehler machen, bloss keinen Fehler…

Fazit
Unglaublich spannende Einblicke in das Gefühlsleben eines so untypischen Mörders, aber eben doch Mörders. Immer wieder versucht Torp sich selbst einzureden, dass dies alles nur dumm gelaufen sei, so wie sein ganzes Leben dumm gelaufen ist. Als es dann auch noch heisst, dass Kommissar Sejers noch nie einen ungelösten Fall hatte, ist Torp noch näher am Wahnsinn der Angst angelangt, verliert er die Nerven, wird er überführt ? Lesen !

Meine Wertung: 7/10

Karin Fossum / Der Mord an Harriet Krohn
Verlag: Piper, Seiten: 270

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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