Karine Lambert / Und jetzt lass uns tanzen

by Manuela Hofstätter on 1. Oktober 2017

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Marcel hat seine Frau Nora so sehr geliebt, sie hatten ein so glückliches Leben miteinander verbracht, doch nun ist Nora gestorben. Wie nur soll Marcel jetzt ohne seine Liebste nur leben? Er versinkt in tiefer Verzweiflung, welche er sich aber wegen Manou, seiner Tochter, nicht anmerken lassen will. Nie haben sie gemeinsam geweint bisher, er weiss, Manou vermisst ihre Mutter auch schrecklich, dazu macht sie sich noch Sorgen um ihn. Marguerite besucht das Grab ihrer Schwester, sie vermisst sie, sie war eine mutige, lebenslustige Frau, viel zu früh musste sie gehen. Auch das Grab ihres Mannes pflegt Marguerite, die plötzliche Einsamkeit macht ihr zu schaffen. Mit 78 Jahren Witwe, vorher elegante Notargattin, immer hat sie sich so verhalten, wie ihr Mann Henri es gewünscht hat, ihren Haarknoten perfekt hochgesteckt, immer wusste sie sich zu benehmen und verlangte nicht mehr vom Leben. Ihr Sohn ist ebenfalls Notar geworden, hat eine Familie gegründet, Ludovic, Marguerites Enkel, ist der einzige Lichtblick, welchen sie nun noch hat in ihrem Leben. Wehmütig muss Marguerite feststellen, dass sie nie der grossen Liebe begegnet ist, nie so gelebt hat, wie sie sich das erträumt hätte, wie oft tat sie Dinge, welche ihr zutiefst zuwider waren. Alle Urlaube wurden genutzt, um die Schlösser der Loire zu besuchen, sie hasst diese Schlösser. Aber dann soll Marguerite verreisen, um auf Anraten ihres Arztes, welchem sie sehr vertraut, eine Thermalbadekur zu machen. Manou schenkt ihrem Vater eine Kur und dieser geht mit Murren dorthin. Als Marguerite und Marcel einander begegnen, da findet die Liebe mit aller Macht neue Wege. Marcel staunt über die Tatsache, dass er noch ein zweites Mal in seinem leben der grossen Liebe begegnen darf, Marguerite lernt endlich, im Alter zu leben und zu lieben, wie sie das nie hatte tun können. Doch Marguerites Sohn stellt sich quer, er kann nicht verstehen, dass seine Mutter plötzlich tagelang verschwindet, sich die Haare kurz geschnitten hat und ganz andere Kleider trägt, es ist ihm unangenehm, hat er die Lage nicht im Griff und er handelt und steckt seine Mutter für Abklärungen in eine Altersresidenz. Doch diese Geschichte lässt sich nicht mehr aufhalten und so kommt es, dass eine muntere Tischgesellschaft beieinandersitzt und sich ein junger Notar bemüht, sich zu ändern.

Fazit: “Mein Herz hat keine Falten!” – Eine Liebe im Alter.
Dieser bezaubernde Roman rund um eine Liebesgeschichte im Alter, der lässt jeden grauen Alltag bunt werden und bereitet einfach Freude beim Lesen! Sehr einfühlsam ist die Liebe im Alter beschrieben, mit all den Ängsten und Veränderungen, die das Leben dann bereithält und auch den Reaktionen, die das Umfeld und die eigene Familie betreffen. Es ist nie zu spät für das Leben und die Liebe!

Meine Wertung: 8/10

Karine Lambert / Und jetzt lass uns tanzen
Verlag: Diana, Seiten: 224

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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