Khaled Hosseini / Tausend strahlende Sonnen

by Manuela Hofstätter on 11. September 2007

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Mariam ist fünf Jahre alt, aber eines hat sie schon begriffen, sie ist eine unwürdig Geborene. Nana, ihre Mutter jammert die ganze Zeit und höchstens einmal in der Woche kann Mariam glücklich sein denn ihr Vater Jalil kommt sie dann besuchen, bringt sein fröhliches Lachen und viele Geschenke mit. Mit fünfzehn muss Mariam auf schlimmste Art feststellen, dass ihr Vater nicht zu ihr steht und zudem ihre Mutter verlieren, ja gar davon ausgehen, dass sie es war, die ihre Mutter in den Tod trieb. Mariam wird nach Kabul geschickt und mit dem dreissig Jahre älteren Witwer und Schuhmacher Rashid verheiratet. Bald lässt seine Achtung für die Ehefrau nach, denn sie bekommt keine Kinder und es folgen Missbilligung und Schläge. In Mariams Herz, sieht es  mit den Jahren etwa genau so zertrümmert aus wie in ihrem Land. Heftige Kämpfe toben, Bomben treffen immer wieder Häuser in unmittelbarer Nähe. Bei so einem Bombeneinschlag verliert auch die junge Leila ihre Eltern. Schwer verletzt landet Leila in Rashids Haus, einzig und allein eine Hoffnung lässt sie überleben. Leila hofft ihren Freund Tarik wieder zu finden, es handelt sich um eine aussergewöhnliche Beziehung zwischen ihnen. Doch da meldet sich ein alter Mann, er spricht bei Leila vor, berichtet vom Tode Tariks. Nun gibt es keinen Grund die Ehe mit Rashid auszuschlagen, im Gegenteil, es gibt einen wichtigen Grund diese so schnell wie möglich zu vollziehen, denn Leila trägt Tariks Kind im Bauch. Mariam fühlt sich noch mehr gedemütigt durch die junge Zweitfrau, so sind Leila und sie stumme Feindinnen. Doch als das glucksende Babystimmchen das Haus erfüllt, erwärmt sich etwas in Mariam und als sich Leila vor Rashid stellt um Mariam vor dessen Schläge zu schützen, da beginnt eine unvergleichbar tiefe Frauenfreundschaft. Mariam und Leila müssen noch einiges ertragen, aber sie haben wahre Freundschaft gefunden und dieses kostbare Gut lässt sie so vieles durchstehen, ertragen und schliesslich etwas unglaubliches vollbringen.

Fazit
Afghanistan, ein Land, welches wir nur so schwer verstehen können und welches so viel erleiden musste und immer noch muss. Eben aus diesem Land kommt nun diese Geschichte, eine Geschichte über das Leid der Frauen, einmal mehr. Aber eben auch eine Geschichte, welche uns aufzeigt, dass egal wie widrig die Umstände auch sein mögen, Frauen, und vermutlich nur Frauen, sie wenden können zu etwas Besserem, zu Hoffnung. Ja, und tausend strahlende Sonnen zeugen davon, wenn wir dieses Buch von Hosseini zuklappen und mit ermutigtem Herzen wieder an unsere Aufgaben heran gehen.

Meine Wertung: 8/10

Khaled Hosseini / Tausend strahlende Sonnen
Verlag: Bloomsbury, Seiten: 382

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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