Kimberley Wilkins / Der Wind der Erinnerung

by Manuela Hofstätter on 17. Februar 2013

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Emma Blaxland hat es geschafft, sie ist eine sehr berühmte Primaballerina, eigentlich gibt es fast gar nichts in ihrem Leben, nebst dem Tanz, aber sie ist zum Glück auch liiert. Emma denkt nur an die Jahre, welche sie noch tanzen will und so trifft sie die Frage ihres Freundes, ob sie denn nicht Mutter werden möchte aus heiterem Himmel, ihre Antwort aber hat ihren Geliebten sogleich in die Flucht geschlagen und dies trifft Emma doch ein wenig. Aber richtig hart ist der zweite Schlag, welchen ihr das Schicksal verabreicht, bei den Proben stürzt Emma dermassen schlimm, es ist sofort klar, dass sie ihren Beruf nicht mehr wird ausüben können. Jetzt fehlt Emma die verlorene Beziehung und völlig aufgelöst, beschliesst sich nach Hause zurückzukehren nach Australien. Dort angekommen wird ihr ein Erbe angetragen von ihrer verstorbenen, innig geliebten Grossmutter Beattie, diese hat Emma nämlich offenbar ein Haus in Tasmanien vermacht. In ihrer Situation reist Emma tatsächlich zum Haus, welches früher Beatties Besitz und Lebensgrundlage darstellte, zur Wildflower Hill, Emma will dort alles in Ordnung bringen, um den Besitz dann rasch zu verkaufen und danach nach London zurück zu kehren. Im Haus trifft Emma auf lauter Kisten mit Erinnerungsstücken ihrer Grossmutter, und ein Foto stachelt ihre Neugierde an. Auf dem Foto ist ihre Grossmutter als ganz junges Mädchen zu sehen, und ein Mann, welcher offensichtlich zu ihr gehört, sowie auch ein kleines rothaariges Mädchen, Emma kennt weder Mann noch Kind auf dem Bild und Beattie hat nie von anderen Männern geredet. Emma will die Wahrheit herausfinden und sie knüpft Kontakte im Ort, welche ihr sehr nahe gehen, das will sie doch nicht, sie will ja bald zurück nach London reisen. Ja, Beattie hat über ihre Vergangenheit geschwiegen, sie wollte ihren Mann einen Politiker nicht in Bedrängnis bringen, doch ihre Lebensgeschichte ist sehr speziell. Sie war ein Dienstmädchen auf Wildflower Hill, dessen Besitzer man als schlimmen, anrüchigen und derben Menschen kannte und Beattie musste dort arbeiten, denn sie war eine alleinerziehende Mutter, ihre Affäre beschenkte sie mit Lucy, Lucys Vater allerdings war ein verheirateter Mann und stand nur kurz zu ihnen. Er war zum Alkoholiker geworden beim Versuch mit Lucy und Beattie zu leben, sie mussten flüchten, sie waren in Gefahr. Aber dann war der Kerl doch zu seiner Ehefrau und den rechten Weg zurückgekehrt, und da diese keine Kinder bekam, interessierten sie sich sehr für Lucy. Beattie musste Lucy teilen und weil sie Schlimmeres kommen sah, tat sie etwas, das sie zutiefst verabscheute, sie spielte Poker um ihre Zukunft und sie gewann die grosse Schaffarm. Beattie wurde Farmbesitzerin und mit den Jahren eine reiche Unternehmerin dazu, aber ihr Leben war von harter Arbeit geprägt und eine ganz aussergewöhnliche Liebe und Lebensgeschichte prägte sie sehr. Verlust war ein grosses Thema in Beatties Leben, sie verlor eine grosse Liebe und ihre erste Tochter, aber sie war stark und lebte ein neues Leben. Eine Hoffnung hat ihr Kraft gegeben, dass es ihre Enkelin auch gut machen würde im Leben, der Wunsch, dass Emma Glück und Liebe finden möge.

Fazit: Grosse Gefühle, grossartige Figuren, ein herrlicher Schmökerroman!
Dieser Roman, welcher auf zwei Ebenen die Geschichte der Grossmutter und ihrer Enkelin erzählt, ist etwas für all diejenigen, welche gerne grosse Liebesgeschichten und Romantik mögen. Ich gebe gerne zu, dass mich diese Geschichte auch voll erwischt und berührt hat und ich alle Gefühlslagen durchlitten habe mit den Protagonisten. Beattie ist eine grandiose, starke Figur und geht uns unter die Haut. Ein herrliches Buch, abtauchen und alles vergessen garantiert!

Meine Wertung: 8/10

Kimberley Wilkins / Der Wind der Erinnerung
Verlag: Knaur, Seiten: 492

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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